IHKs fordern den Ausbau der Wasserstraßen ein

Die Schleusen auf dem Elbe-Lübeck-Kanal  sind zu klein.
Die Schleusen auf dem Elbe-Lübeck-Kanal sind zu klein.

Kapazitäten im Schiffshebewerk Scharnebeck und des Elbe-Lübeck-Kanal sollen genutzt werden

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20. November 2013, 10:41 Uhr

Zwei Gutachten im Auftrag der Industrie- und Handelskammern (IHK) Lüneburg-Wolfsburg und Lübeck belegen: Auf dem Elbe-Seitenkanal und dem Elbe-Lübeck-Kanal (ELK) könnten jährlich weitaus mehr Güter transportiert werden – vorausgesetzt, der Elbe-Lübeck-Kanal wird ausgebaut und das Schiffshebewerk in Scharnebeck modernisiert. Dass beides mit höchster Dringlichkeitsstufe in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, dafür machten sich die beiden IHKs gestern gabend vor Parlamentariern in Berlin stark.

„Die Wasserstraßen haben nicht nur eine enorme regionale Bedeutung, sondern bilden zusammen die wichtigste Anbindung des deutschen Kanalnetzes an den prosperierenden Wirtschaftsraum der Ostsee. Dieser Verkehrswert europäischer Tragweite hat uns dazu veranlasst, unsere Forderungen zu bündeln und gemeinsam diesen Abend auszurichten“, sagt Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck.

Der Elbe-Seitenkanal verbindet den Hamburger Hafen mit dem Hinterland und sei von großer wirtschaftlicher Bedeutung, so Olaf Kahle, Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg: „Moderne Logistikketten müssen verlässlich funktionieren, umso mehr, wenn sie – wie das Hebewerk in Scharnebeck – eine Schlüsselfunktion für die regionale Wirtschaft haben.“ Zurzeit würden nur zehn Prozent der auf dem Kanal transportierten Güter in den regionalen Häfen umgeschlagen. Kahle: „Durch einen Ausbau ergäben sich auch für die Häfen in Lüneburg, Uelzen und Wittingen neue Perspektiven.“ Laut Studie des Beratungsunternehmens Hanseatic Transport Consultancy (HTC) würden sich logistische Dienstleister ansiedeln und zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen.

Für den Ausbau des Hebewerks spreche auch: Straßen und Schienen sind überlastet, auf Binnenschiffen können Güter effizient und umweltverträglich transportiert werden. Eine moderne Schleuse in Scharnebeck würde eine Steigerung des jährlichen Transportvolumens auf dem Elbe-Seitenkanal um knapp 90 Prozent auf 16,5 Millionen Tonnen ermöglichen. Der Kanal wäre für bis zu 135 Meter lange Schiffe befahrbar. Zurzeit ist bei 100 Meter Länge Schluss.

Ähnliche Probleme gibt es auf dem Elbe-Lübeck-Kanal, der nur Schiffe bis zu 85 Meter Länge und 1000 Tonnen Gewicht zulässt. Der Ausbau auf Schleusenlängen von 115 Meter, eine Vertiefung auf durchgehend 2,8 Meter und eine Brückenhöhe von 5,25 Metern würden eine erhebliche Steigerung der Transportmengen bedeuten: von jährlich 800 000 auf mindestens drei Millionen Tonnen, wie die HTC-Studie nachweist. „Der Kanal genügt bei weitem nicht den Anforderungen der modernen Binnenschifffahrt. Einen Aufschub des Kanalausbaus können wir uns nicht leisten, wenn wir als Verkehrsschnittstelle zwischen den Ostsee-Anrainern und Westeuropa auch in Zukunft wirtschaftlich profitieren wollen“, sagt Präses Kühn.

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