IHK Lübeck setzt Albig unter Segel

Ministerpräsident Torsten Albig beim IHK-Neujahrsempfang in der Lübecker MuK.
Ministerpräsident Torsten Albig beim IHK-Neujahrsempfang in der Lübecker MuK.

Traditioneller Neujahrsempfang der IHK in der Musik- und Kongresshalle mit 1500 Gästen

shz.de von
15. Januar 2015, 16:06 Uhr

Passend zu Lübecks Olympia-Bewerbung waren auf der Bühne der Musik- und Kongresshalle Segel gesetzt. Knapp 1500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und öffentlichem Leben waren zum traditionellen Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck gekommen. Und so machte Gastredner Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) unfreiwillig Werbung für das Segelrevier Travemünde das mit Kiel noch konkurriert.

„Wir hier im Norden können Gründungs- und Übernahme-Marktführer werden. Dafür geben wir heute den Startschuss.“ Mit diesen Worten warb Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, für ein starkes Unternehmertum. „Heute wirken sich die sogenannten Rahmenbedingungen wie ein enges Korsett auf die Entfaltung von Ideen und Innovationen sowie den Investitionswillen in der Wirtschaft aus. Das muss deutlich besser werden“, forderte sie.

Schleswig-Holstein müsse eine neue Kultur im Wirtschaftsleben entwickeln, in der die Menschen wieder gern ein eigenes Unternehmen gründen oder eine bestehenden Betrieb übernehmen. Gerade bei der Nachfolge fehle das Interesse bei qualifizierten Mitarbeitern. „Hier müssen wir ansetzen und die Menschen unterstützen, die als Unternehmer Verantwortung tragen oder zukünftig tragen wollen. Sie stehen mit ihrem guten Namen für Vertrauen und Verlässlichkeit“, betonte Kühn. Zudem zeigten Selbstständige eine besondere Risikobereitschaft. „Da dieses Risiko abzuschrecken scheint, benötigen wir eine ganz neue Fehlerkultur. Wir müssen lernen zu akzeptieren, dass ein Unternehmer auch mit einer guten Idee scheitern kann. Dafür darf die Gesellschaft niemanden brandmarken oder ausschließen“, betonte die Präses.

Kühn forderte das Land auf, seine Planungskapazitäten auszubauen, um wichtige Infrastrukturprojekte zügig bis zur Realisierungsreife voranzutreiben. Als Beispiele nannte sie Bau und Ausbau von A20 über Bad Segeberg hinaus und Ausbau der A21 bis nach Niedersachsen. Die Probleme der Infrastruktur seien für einzelne Bundesländer nicht mehr allein zu bewältigen. Kühns Appel an Albig: „Stärken Sie den gemeinsamen Wirtschaftraum Schleswig-Holstein-Hamburg. Schaffen Sie eine gemeinsame Planungsbehörde, die effizient den Standort voranbringt“ Ministerpräsident Torsten Albig würdigte die große Bedeutung von Unternehmern. Der Wirtschaft sicherte er die Unterstützung der Landesregierung zu: „Infrastrukturpolitik, der gemeinsame Einsatz gegen den Fachkräftemangel und die Förderung unternehmerischer Kreativität: An allen drei Punkten ist und bleibt Schleswig-Holstein aktiv, um Unternehmertum zu fördern. Wir wissen: Wir brauchen eine starke Wirtschaft, um die Lasten in unserer Gesellschaft gerecht zu verteilen“, so Albig.

Zur Deckung der Fachkräftelücke sei die Wirtschaft verstärkt auf die Zuwanderung aus dem Ausland angewiesen. „Die Unternehmen im HanseBelt stehen für Weltoffenheit, Transparenz, Toleranz und vor allem eine gelebte Willkommenskultur", sgate IHK-Heschäftsfürher Lars Schöning. "Sorge bereiten uns die Anschläge in Paris. Aber die Pegida-Proteste sind darauf keine Antwort, diese Bewegung sehen wir mit großer Skepsis."

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