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Lübeck

13. Dezember 2017 | 09:06 Uhr

Holzernte im Stadtwald

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lübecks Revierförster wirbt mit Information um Verständnis für das Fällen der alten Bäume

Wenn sehr alte Bäume gefällt werden, löst das häufig negative Reaktionen aus. Der Lübecker Stadtwald, der jetzt mit der Holzernte beginnt, setzt deshalb auf Transparenz bei seiner Arbeit. So lädt er in diesem Jahr erstmals zu einer Info-Tour zu den Fällarbeiten ein.

Im Revier Lauerholz ist in dieser Woche zunächst der Einschlag von 25 Eichen geplant. Dafür wurden in der Nähe des Waldweges „Am Rittbrook“ auf einer zwölf Hektar großen Fläche qualitativ hochwertige Bäume für die Fällung ausgewählt. Jeder der etwa 160 Jahre alten Bäume verspricht einen Erlös von mehren Tausend Euro.

„Totholz, sogenannte Biotopbäume sowie Kronenrestholz bleiben als wichtiger Lebensraum für Pilze, Flechten, Moose und Tiere im Wald“, sagt Förster Hanes Schmidt. „Die Auswahl von nur wenigen Erntebäumen pro Hektar garantiert die Funktionstüchtigkeit der Waldbestände sowie deren langfristige Wirtschaftlichkeit. Die Entnahme der Holzmenge ist durch den Zuwachs der verbleibenden Eichen bereits nach drei Jahren wieder ausgeglichen.“

Auch im Naturschutzgebiet Schellbruch plant der Bereich Stadtwaldes in den kommenden Wochen einige Aktivitäten: Zum einen wird die Laubholzverjüngung in einem Fichtenbestand durch die Entnahme von Fichten im Oberstand gefördert. Der zurzeit noch naturferne Bestand soll mittelfristig in einen naturnahen Laubmischwald umgewandelt werden. Benachbart wird ein rund 60 Jahre alter Eichenbestand durchforstet, um seltene Mischbaumarten wie Wildkirsche, Feldahorn und Ulme zu fördern und die sogenannte holzqualitative Entwicklung der jungen Eichen durch Auflichtung zu sichern.

Zusätzlich zu diesen Pflegemaßnahmen sollen Alteichen geerntet werden. Von den 200 bis 300 alten Eichen im Kern des Schutzgebietes, sollen drei bis vier Alteichen gefällt werden. Es handelt sich um besonders wertvolle Eichen, die an die Funier- und Möbelindustrie verkauft werden sollen. „Die Auswahl dieser Bäume ist nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgt und mit der AG Schellbruch des Naturschutznuinde (Nabu) abgestimmt worden“, so der Förster. „Ziel ist es, keine Eichen auszuwählen die von besonderer Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz sind. Innerhalb des Alteichenkollektives befinden sich entsprechend der Waldinventur des Stadtwaldes etwa 30 Prozent für den Naturschutz bedeutsame lebende sogenannte Biotopbäume. Zusätzlich ist noch ein Totholzvorrat von 50 Kubikmeter Totholz pro Hektar vorhanden, der wie die Biotopbäume aus der forstlichen Nutzung genommen ist. Auch von den Erntebäumen wird Kronenholz vor Ort als Lebensraum für Pilze, Flechten, Moose und Tiere belassen.“




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