Hilfe für St. Marien

Die Sanierung der markanten Türme  der St. Marienkirche in Lübeck kann beginnen. Mit 103 Metern Länge, dem 38,3 Meter hohen Mittelschiff und dem 126 Meter hohen Turmpaar war die St. Marien eine der größten Kirchenbauten des Mittelalters.
Die Sanierung der markanten Türme der St. Marienkirche in Lübeck kann beginnen. Mit 103 Metern Länge, dem 38,3 Meter hohen Mittelschiff und dem 126 Meter hohen Turmpaar war die St. Marien eine der größten Kirchenbauten des Mittelalters.

Bund unterstützt die Sanierungsmaßnahmen an St. Marien mit 14 Millionen Euro

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17. November 2019, 13:31 Uhr

Lübeck | Gute Nachrichten für Lübecks Altstadt: Die Finanzierung der Sanierung von St. Marien ist ein großen Schritt voran gekommen. Die Kosten werden auf 28 Millionen Euro geschätzt. Der Bundestag hat jetzt entschieden, sich mit 14 Millionen Euro daran zu beteiligen.

Die Kirchtürme von St. Marien zu Lübeck sind seit Jahrhunderten ein fundamentaler Bestandteil der Stadtsilhouette und damit identitätsstiftend für die Hansestadt Lübeck. Darüber hinaus gilt die Marienkirche als „Mutterkirche der Backsteingotik“ und ist Teil des Unesco-Welterbes Lübecker Altstadt.

Ein solch bedeutendes Bauwerk, welches vor vielen Jahrhunderten zwischen 1277 und 1351 errichtet worden ist, bedarf der regelmäßigen Pflege und Sanierung, um die Zukunftsfähigkeit für die kommenden Jahrhunderte zu garantieren. Vor dem Hintergrund der hohen Investitionskosten haben sich Kirchengemeinde und Bürgermeister Jan Lindenau gemeinsam an die Bundespolitik gewandt und in mehreren Terminen vor Ort die vielfältigen Bedarfe mit der Bitte um Unterstützung vorgestellt.

Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen umfassen insgesamt rund 28 Millionen Euro. Sie beziehen sich unter anderem auf die Sanierung des Gewölbes (7,1 Millionen Euro), das Raumgerüst der Gesamtkirche (4,7 Millionen Euro), die Wand- und Pfeilerflächen (3,3 Millionen Euro) sowie die Rekonstruktion der historischen Totentanz-Orgel ( 3,8 Millionen Euro).

Robert Pfeifer, Pastor der Kirchengemeinde St. Marien: „Es ist immer wieder eine großartige Erfahrung, dass wir gemeinsam für Lübeck so viel erreichen können. Diese Stadt mit ihren beeindruckenden Gebäuden zu erhalten und zu pflegen ist die Aufgabe von allen Bürgerinnen und Bürgern. Und das funktioniert. Ich danke besonders dem Bürgermeister und der Politik für das Engagement für St. Marien. Jetzt wartet viel Arbeit, und am Ende werden wir sicher auch das Heizungsproblem gelöst haben.“

Seit sieben Jahren sind Teile der Türme von St. Marien eingerüstet, – zum Schutz von Passanten. Jetzt sind die erforderlichen 1,5 Millionen Euro für die Bauarbeiten dank Stiftungen und Spendern zusammen gekommen. Eine Turmsanierung gab es im Jahr 2006. Damals wurde jedoch falscher Mörtel verwendet. Löcher an den Türmen sind heute nicht zu übersehen. Das Problem: Der seit 100 Jahren bei Sanierungen verwendete Zement-Mörtel verträgt sich nicht mit dem mittelalterlichen Gipsmörtel. Es kommt zu einer chemischen Reaktion, die Masse quillt auf und die Steine werden herausgedrückt.

Jetzt werden die Eckquader mit Gewindestangen verbunden, beschädige Fassadenteile neu aufgemauert und „Soll-Rissfugen“ eingebaut, die spätere Schäden vermeiden sollen.

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