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„Hierher ziehen die Menschen gerne“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dank Zuwanderung steigt Lübecks Einwohnerzahl / Knapp 214 000 Menschen leben in der Hansestadt – Ein Plus von 500 Personen

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 13:56 Uhr

Der Trend, dass die Menschen wieder lieber in der Stadt wohnen als auf dem Land, kommt Lübeck zum vierten Mal in Folge entgegen. Die Zahl der Einwohner in der Hansestadt ist erneut gestiegen. Exakt 213 922 Menschen lebten Ende 2013 in der Trave-Metropole – etwa 500 mehr als noch ein Jahr zuvor. Grund für den Zuwachs sei erneut der Zuwanderungsüberschuss gewesen, der höher ausfiel als das Geburtendefizit so der Statistiker Dr. Gerhard Bender.

Ist das eine Trendwende oder nur ein Strohfeuer? „Von einer demographischen Trendwende kann nicht die Rede sein“, sagt Bender. Denn die Zahl der Geburten sei seit Jahrzehnten weiterhin auf niedrigem Niveau und liege deutlich unterhalb der Zahl der Sterbefälle. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dieses: 1824 Babys im Gegensatz zu 2896 Todesfällen.

Dass nicht die Geburten zu Lübecks Einwohnerwachstum beigetragen haben, bedauert Bernd Saxe. Dennoch sei der Anstieg ein „erfreuliches Ergebnis“, so Lübecks Bürgermeister gestern. „Lübeck ist ein attraktiver Standort; eine Stadt, in die Menschen gerne ziehen“, resümierte Saxe.

Die Altersstruktur der Bevölkerung sei laut Gerhard Bender durch Zuwanderung aber kurzfristig nicht zu ändern. So werde die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter auch weiterhin deutlich zurückgehen – bei einem steigenden Anteil älterer Menschen. Nicht nur in der Altenpflege wird der Fachkräftemangel in Zukunft daher ein Thema bleiben.

Lübeck hat aber nicht flächendeckend mehr Einwohner aufzuweisen: Innerhalb des Stadtgebietes gab es Zuwächse in St. Lorenz Nord (400 Menschen) und in St. Jürgen (300). Mit Abschluss der Baumaßnahmen im Hochschulstadtteil und Bornkamp zeigt sich, dass in diesen Bereichen kaum noch ein Zuwachs fest zu stellen ist – 5512 Menschen wohnten hier 2013, exakt 77 mehr als im Vorjahr; 2012 hatte der Zuzug hier noch fast 1000 Einwohner betragen.

Verlierer in Lübeck ist wieder einmal Moisling – 262 Menschen kehrten dem Stadtteil den Rücken. Dieser seit Jahren negativen Entwicklung in Moisling soll durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und Umbauten durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft Trave entgegengewirkt werden. Saxe versprach außerdem flankierend neue Gewerbeflächen im Umfeld des Stadtteils zu schaffen.

Im Fokus werde auch weiterhin die Stadtentwicklung stehen, so Saxe. Als Standortfaktoren für die Hansestadt sieht der Bürgermeister neben dem Wohnungsbau – mit Blick auf alle sozialen Schichten – und der Leitlinie „Kinderfreundliche Stadt“ – dem breiten Angebot von Kitas und Schulen – auch die Einbindung Lübecks in die Metropolregion Hamburg. Die Ausweitung des Hamburg-Tarifs der Bahn stehe dabei aber eher im Vordergrund als beispielsweise der Ausbau des S-Bahn-Netzes bis nach Lübeck, sagte Saxe.


Weitere Daten und Fakten sind im Internet (www.luebeck.de) unter der Rubrik Stadt und Politik zu finden.

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