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Langer Weg nach Ghana : Heimweh: Polizei organisiert Rückreise von „blindem Passagier“

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Ein Mann schleicht sich in Frankreich an Bord eines Schiffes. In Lübeck hat er endgültig die Nase von Europa voll.

Ein „blinder Passagier“ an Bord eines Schiffes wollte nach Hause – am Ende organisierte die Bundespolizei seine Heimreise. Doch von Anfang an: Am Montagvormittag lief ein Frachtschiff in den Lübecker Hafen ein. Der Kapitän meldete der Bundespolizei einen „blinden Passagier“ an Bord.

Der Kapitän des Schiffes, das unter der Flagge der Karibik-Insel Barbados fährt und stets kurzfristig durch Auftraggeber für Frachtgeschäfte gebucht wird, hatte demnach bereits in mehreren europäischen Häfen um „Abnahme“ des „blinden Passagieres“ gebeten, aber keine Unterstützung erhalten, berichtete am Mittwoch Gerhard Stelke, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kiel. Der 22-jährige Mann aus Ghana habe angegeben, keine Papiere zu haben. Mitte März habe er sich in einem französischen Hafen an Bord des Schiffes geschlichen. Auf hoher See wurde er dann durch Besatzungsmitglieder entdeckt.

„In mehreren Häfen hatte der Kapitän wohl versucht, den Passagier an die dortigen Behörden loszuwerden, aber wiederholt habe man dessen Einreise verweigert“, so Stelke. So gingen Bundespolizisten an Bord. „Die lange Zeit an Bord habe ihn gefrustet, Europa gefalle ihm nicht mehr“, habe der Ghanaer den Beamten gesagt. Er wolle nach Hause.

So sorgte die Bundespolizei dafür, dass über die Botschaft von Ghana in Berlin Papiere für den Mann sowie ein Flugticket organisiert wurden. Für die Dauer der Liegezeit erhielt der Mann aus Ghana ein Landgangsverbot. Jetzt waren alle Papiere vorhanden – Bundespolizisten holten den 22-Jährigen Mittwochfrüh von Bord, fuhren ihn zum Hamburger Flughafen und brachten ihn in eine Maschine in Richtung Heimat.

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erstellt am 29.Apr.2015 | 12:59 Uhr

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