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Lübeck

23. Oktober 2017 | 08:37 Uhr

Harte Arbeit im Bunker

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Im Lübecker Töpferweg wird ein Kriegsbunker zu einem Blockheizkraftwerk umgebaut

Der ehemalige Hochbunker am Töpferweg wird zu einem Blockheizkraftwerk umgebaut. Für die Bauarbeiter ist das eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Wände bestehen nämlich aus über zwei Metern Stahlbeton plus einem viertel Meter Klinker. Nur mit Spezialwerkzeug sind die massiven Wände zu knacken.

Der Bunker wurde im zweiten Weltkrieg im Jahr 1941 gebaut. Er sollte Schutz vor Luftangriffen bieten, auf dem Dach war eine Flakstellung aufgebaut. Von Treffern blieb das massive Gebäude aus 1350 Tonnen Beton aber verschont. Nach dem Krieg diente es als Flüchtlingsunterkunft. Zuletzt wurde es 1987 zu einem Katastrophenschutzbunker umgebaut. In den vergangenen Jahren stand das Objekt dann zum Verkauf.

Vor zwei Jahren fiel den Stadtwerken Lübeck (SL) die Anlage ins Auge – als möglicher Standort für ein modernes Blockheizkraftwerk. Denn die zwei Meter dicken Wänden seien idealer Lärmschutz, außerhalb des Bunkers ist von laufenden Maschinen nichts zu hören.

Allerdings muss die technische Anlage zunächst einmal in den Bunker hinein. Dafür müssen zwei Zugänge geschaffen werden, die rund vier Meter breit und drei Meter hoch sind. Mit normal üblichen Werkzeugen ist das nicht zu schaffen. Zum Einsatz kommt daher eine Diamant-Seilsäge. Das rund 20 Meter lange Seil hat einen Wert von rund 20000 Euro.

Auch im Gebäude müssen etliche Zwischendecken und Wände entfernt werden. Die großen Stemmhammer und Kernbohrer sorgen für reichlich Lärm und Staub. Draußen ist allerdings kaum etwas zu hören.

Der aufwändige Umbau soll im Sommer abgeschlossen sein. Dann kann das Blockheizkraftwerk eingebaut werden. Es hat eine Besonderheit: Wenn zu viel Strom im Netz ist und Windkraftanlagen eigentlich abgeschaltet werden müssten, nimmt es den überflüssigen Strom auf und verwandelt ihn in einem Power-to-Heat Kessel in Wärme.

Investiert werden in den Kauf und Umbau des Bunkers rund eine Million Euro. Die Fertigstellung ist für Ende 2016 geplant. Dann wird eine der Öffnungen allerdings wieder zugemauert, um dem geltenden Denkmalschutz gerecht zu werden.

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