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Gutachten: 15 Linden nicht zu retten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Umgestraltung „Untertrave“: Kaum Interesse an der Info-Veranstaltung der Stadt vor dem Bürgerentscheid

Die Hansestadt hat ein zweites Gutachten über den Zustand der Winterlinden an der Untertrave eingeholt, die für die Umgestaltung zur Flaniermeile weichen sollen. Das Ergebnis: 15 Bäume seien nicht zu retten, die anderen könnten noch über zehn Jahre leben.

Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), Dr. Horst Stobbe, Geschäftsführer des Instituts für Baumpflege aus Hamburg, und Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) stellten die Ergebnisse vor. Sie weichen etwas vom ersten Gutachten ab, das die Stadt ins Feld geführt hatte. Die Linden seien in einem schlechten Zustand, den meisten Bäumen gibt Dr. Horst Stobbe noch eine Lebensdauer von über zehn Jahren. Jedoch würden sie umfangreiche Bauarbeiten an der Promenade nicht überstehen.

Die Stadt begründet die Erstelllung eines Zweitgutachtens: „Auch wenn die Stadtverwaltung von der Richtigkeit des ersten Gutachtens überzeugt ist, wurde das renommierte Institut für Baumpflege aus Hamburg mit der Erstellung eines weiteren Gutachtens beauftragt, um Transparenz zu schaffen.“ Der neue Gutachter konnte natürlich keine ganze Vegetationsperiode lang die Bäume beobachten. So nahm er eine Sicht- und Klopfprüfung vor. Die Meinung des ehemaligen Leiters des Lübecker Stadtwaldes Lutz Fähser, der das Bündnis „Lübecks Linden leben lassen“ unterstützt, möchte Bürgermeister Bernd Saxe nicht gelten lassen: Fähser sei Experte für den Wald, aber nicht für Stadtbäume. Für die Stadtverwaltung ist damit klar: Die Bäume können gefällt werden, da sie Baumaßnahmen nicht überleben würden. Eine Diskussion, ob einzelne Linden stehen bleiben könnten, lehnt sie ab.

Unterdessen hat eine Informationsveranstaltung stattgefunden, zu der die Stadt eingeladen hatte. Rund 150 Interessierte, überwiegend aus Politik, Verwaltung und Anwohner, kamen in die MuK, um sich zum Bürgerentscheid über die Umgestaltung Untertrave am 18. Dezember zu informieren. Aktive der Initiative „Lübecks Linden leben lassen “ waren nicht vor Ort.

Ausführlich wurde über die Vorteile der Umgestaltung diskutiert. Dabei ging es auch um die Dauer der Umbauzeit. Erst vor kurzem hätten die Entsorgungsbetriebe zwei Jahre lang an der Straße gearbeitet. Das habe erhebliche Auswirkungen gehabt, sagte ein Betreiber von Ausflugsschiffen. Er fürchte um die Existenz seines Betriebes mit zehn Mitarbeitern. Konkrete Antworten bekam er nicht. Die Verwaltung konnte auch noch keine Angaben zu der genauen Kostenbeteiligung einzelner Anlieger machen. Die Verwaltung hat offiziell bestätigt, dass die Förderbescheide für die Umgestaltung „An der Untertrave“ noch nicht vorlägen. Sie seien aber fertig. Das Land überreiche sie, sobald politische Klarheit bestehe. Sollte der Bürgerentscheid für Erhalt der Winterlinden Erfolg haben, komme für die Stadt nur eine Erweiterung des Gehwegs auf der Häuserseite mit einem entsprechenden Rückbau der Fahrbahn in Frage. Dafür gebe es aber keine Förderung. Die Verwaltung gehe nicht davon aus, dass die Bürgerschaft solche Planungen beauftragen würde.

Entgegen den Wünschen des Bauausschusses ist jetzt doch eine Streichung der Bushaltestelle „Braunstraße“ geplant. Die Linie 3 soll in Zukunft über die Willy-Brandt-Allee und die Drehbrücke fahren.


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