Größere Leitstelle für die Lübecker Feuerwehr

Innensenator Ludger Hinsen sieht die Notwendigkeit eine Neubau, aber nun ist die Polizei am Zug

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26. April 2019, 13:52 Uhr

Lübeck | „Die Berufsfeuerwehr in Lübeck soll eine größere Leitstelle bekomm.“ Diese Auffassung hat Ludger Hinsen (CDU), Innensenator der Hansedtadt, bekundet. Anlass zu dieser Aussage Grund ist die stark steigende Einsatzzahl beim Rettungsdienst. Hinsen kann sich auch vorstellen, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in die neue Leitstelle zu integrieren.

Der Rettungsdienst ist inzwischen die Hauptaufgabe der Feuerwehr. Rund 23.000 mal pro Jahr wird ein Rettungswagen alarmiert, in rund 5000 Fällen kommt ein Notarzt dazu. Außerdem organisiert die Lübecker Feuerwehr rund 32.000 Krankentransporte pro Jahr. Zu Brandeinsätzen und Brandmeldeanlagen wird die Feuerwehr „nur“ 900 mal pro Jahr gerufen, in 1300 Fällen leistet sie Hilfeleistungen, wie etwa das Öffnen von Türen in Notfällen.

Die Zunahme an Rettungsdiensteinsätzen hat verschiedene Gründe. So wird die Bevölkerung immer älter. Oft verwechseln Anrufer die Lebensretter für akute Fälle aber auch mit einem Hausarzt. Für Krankheiten, die nicht akut sind, ist eigentlich der Ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig, der rund um die Uhr zu erreichen ist unter der Nummer 116 117.

Die Idee, die Senator Ludger Hinsen, ins Spiel bringt: Man könnte den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in die Feuerwehr-Leitstelle integrieren. Dort könnte dann entschieden werden, ob ein Rettungswagen mit Blaulicht eingesetzt wird oder ein Bereitschaftsarzt ausreicht.

Ob und wann Lübeck eine neue Leitstelle bekommt, hängt indes auch von der Polizei ab, die ebenfalls eine größere Leitstelle benötigt (wir berichteten). Ein gemeinsamer Neubau würde erheblich Kosten bei der Technik einsparen. Die Polizei ist grundsätzlich an dieser Idee interessiert. Sie hat aber noch eine andere Option. Auch die gemeinsame Leitstelle der Kreise Ostholstein, Stormarn und Herzogtum Lauenburg möchte einen Neubau realisietren - aus Kostengründen natürlich ebenfalls zusammen mit der Polizei.

Eine Zusammenlegung aller drei Leitstellen erscheint dagegen ausgeschlossen. Die Strukturen der Feuerwehren im Umland und der Berufsfeuerwehr in der Hansestadt Lübeck sind zu unterschiedlich. Die Nutzung zumindest eines gemeinsamen Gebäudes ist bereits an der Standortfrage gescheitert. Jetzt warten alle gespannt auf die Entscheidung der Polizei. „Die Thematik befindet sich in Bearbeitung“, sagt Ulli Fritz Gerlach, Sprecher der Polizeidirektion Lübeck.

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