Neues Image : „Gesundheitsflughafen Lübeck“ – Zusammenarbeit mit UKSH geplant

Auf dem Flughafen in Lübeck-Blankensee starten und landen derzeit nur Privat- und Geschäftsflieger.

Auf dem Flughafen in Lübeck-Blankensee starten und landen derzeit nur Privat- und Geschäftsflieger.

Auf dem Lübecker Flughafen könnten künftig in- und ausländische Patienten für das nahe Uniklinikum landen.

shz.de von
19. November 2018, 07:40 Uhr

Lübeck | Als „Gesundheitsflughafen“ wollen die Betreiber den Lübecker Flughafen etablieren. Durch die Nähe des Flughafens zur Uni-Klinik und den Trend zu personalisierter Medizin biete sich eine Zusammenarbeit an, sagte Iris Klaßen von der Stöcker Flughafen GmbH.

In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) könnten Patienten eingeflogen werden. Die Gesundheitsversorgung werde zunehmend dezentral und international ausgerichtet. In Schleswig-Holstein gebe es international gefragte Experten.

Ein Sprecher des UKSH bestätigte entsprechende Gespräche. Konkrete Pläne gebe es bislang nicht. „Das UKSH verfügt an den Standorten Kiel und Lübeck über hoch qualifizierte Spezialisten, die auch international anerkannt und gefragt sind“, sagte UKSH-Sprecher Oliver Grieve. Bereits jetzt würden dort 300 bis 400 Patienten aus dem Ausland behandelt. „Von daher sind wir durchaus offen für eine Kooperation mit dem Flughafen, aber der muss sagen, wie er sich eine Zusammenarbeit vorstellt.“

Flughafen für Rettungshubschrauber und Krankentransportflüge

Ganz neu sind die Pläne nicht. Bereits im Dezember hatten Flughafen-Besitzer Winfried Stöcker und seine Innovationsmanagerin Klaßen die Idee vorgestellt. Nun werden die Pläne konkreter. „Bereits jetzt landen Rettungshubschrauber und Krankentransportflüge auf dem Flughafen. Das wollen wir ausbauen zu einem Service für Patienten, die sich zum Beispiel im Onkologischen Zentrum, im universitären Kinderwunschzentrum oder im Herzzentrum untersuchen und behandeln lassen wollen“, sagte Klaßen. Sie stellt klar: „Es geht uns nicht um reiche Araber, sondern darum, die vorhandene medizinische Expertise am Standort zu nutzen.“ 

Voraussetzung für die Betreuung zusätzlicher Patienten seien allerdings ausreichende Kapazitäten in den Kliniken, sagte Grieve. „Patienten aus dem Ausland sind zwar betriebswirtschaftlich lukrativ, aber wir prüfen die Ressourcen zur Behandlung in jedem Einzelfall gründlich.“

In Lübeck starten und landen aktuell keine Linienflieger

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) begrüßte die Überlegungen. „Es zeigt Weitsicht, dass sich der Flughafen nicht auf die bisherigen Tätigkeitsfelder beschränkt, sondern weitere Geschäfte entwickelt. Es ist gut, dass der Flughafen im langen Streit um den Planfeststellungsbeschluss nicht nachgelassen hat, sonst gäbe es diese Möglichkeit für die Gesundheitswirtschaft in Lübeck jetzt nicht.“ Nach mehreren Insolvenzen und Betreiberwechseln sowie dem Weggang von Ryanair und Wizz Air starten und landen auf dem Flughafen in Lübeck-Blankensee derzeit nur Privat- und Geschäftsflieger.

Voraussichtlich 2019 soll der sukzessive Ausbau des Flughafens beginnen, nachdem 2018 alle Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau vom Oberverwaltungsgericht in Schleswig zurückgewiesen wurden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen