Urteil in Lübeck : Gericht schickt Vater nach Kindermord in Psychiatrie

Das Lübecker Landgericht will am Dienstag das Urteil gegen den 39 Jahre alten Zahnarzt verkünden.
Das Lübecker Landgericht will am Dienstag das Urteil gegen den 39 Jahre alten Zahnarzt verkünden.

Ein Vater tötet in religiösem Wahn in Glinde bei Hamburg seine schlafenden Kinder. Der 39-Jährige leide nach Aussagen eines Sachverständigen unter wahnhaften Störungen.

shz.de von
07. Oktober 2014, 07:29 Uhr

Lübeck | Der Vater aus Glinde bei Hamburg, der im Januar seine beiden Kinder getötet hat, muss dauerhaft in die Psychiatrie. Der 39-Jährige leide nach Aussagen eines psychiatrischen Sachverständigen unter wahnhaften Störungen und sei für die Allgemeinheit gefährlich, sagte der Vorsitzende der Strafkammer am Landgericht Lübeck am Dienstag.

Der aus Afghanistan stammende Zahnarzt hatte gestanden, seiner vierjährigen Tochter und seinem sechsjährigen Sohn die Kehlen durchschnitten zu haben. In den Monaten zuvor hatte er religiöse Wahnvorstellungen entwickelt. Zum Schutz des Angeklagten hatte das Gericht den Fall in nicht-öffentlicher Sitzung verhandelt.

Am Morgen des 24. Januar hatte der 39-Jährige die Polizei gerufen und mitgeteilt, dass er seine Kinder getötet habe. Seine wirren religiösen Äußerungen während seiner Vernehmung brachten einen Sachverständigen zu der Überzeugung, dass der Familienvater zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig war. Er ist deshalb seit der Tat in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Der Angeklagte stammt nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus Afghanistan und ist in Deutschland aufgewachsen. Seine zur Tatzeit 30 Jahre alte Ehefrau, die während der Tat im Nebenzimmer schlief, ist in dem Verfahren Nebenklägerin. 

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