Gemischte Bilanz am Ende der 126. Travemünder Woche

Nur noch 850 000 Besucher kamen in den zehn Tagen auf die Festmeile an der Ostsee / Weniger Polizeieinsätze

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27. Juli 2015, 16:11 Uhr

Die 126. Travemünder Woche präsentierte sich fröhlich und friedlich. Allerdings ist die Zahl der Besucher weiter rückläufig. In diesem Jahr geht der Veranstalter des Landprogramms von nur noch 850  000 Besuchern in den zehn Tagen aus.

„Das Konzept der Travemünder Woche ist wieder voll aufgegangen: Wir hatten tolle Segelbedingungen mit attraktiven Meisterschaften, Segeln zum Greifen nah und eine stimmungsvolle, familiäre Atmosphäre auf der Meile und dem Wasser“, resümierte Frank Schärffe, der Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH.

„Vor allem die Segler, die zum ersten Mal bei uns waren, sind begeistert, wir haben viel Lob von den Klassen für die Organisation erhalten. Das Festivalprogramm war ausgewogen, die Attraktivität der Meile hat sich zum Beispiel durch die Speisenwerft von Tim Mälzer noch mal erhöht. Durch ’Segelsport hautnah’ mit dem SAP Sail Cube und Trave Races merken wir, dass das Publikum an Land immer mehr Interesse am Segelsport zeigt.“

Schärffes Bilanz kann sich auch Landprogramm-Chef Uwe Bergmann anschließen: „Die Meile war vor allem am ersten Wochenende, Dienstag und Mittwoch sehr gut besucht. Wir werden auf rund 850  000 Besucher kommen. Es war eine friedliche und erfolgreiche Travemünder Woche. Besonders die Gästestruktur war erfreulich – so waren viele Touristen, Familien und Gäste jeden Alters auf der Meile. Die Standbetreiber sind mit ihren Geschäften zufrieden. Das Musikprogramm war differenziert und klasse. Erfreulich ist auch die Altersstruktur in den Beach Clubs – ich bin dort nicht mehr der Älteste“, sagte Bergmann.

Auch die Polizei und der Sicherheitsdienst sind zufrieden: „Die Gäste waren diszipliniert und die präventive Präsens der Polizei hat sich positiv ausgewirkt“, so Bergmann. Die Polizei meldete keine größeren Einsätze. Die Anzahl der jungen Leute, die mit Verdacht auf unzulässigen Alkoholkonsum während überprüft wurden, ist geringer als im Vorjahr. Auch die Anzahl der Jugendlichen, bei denen dann tatsächlich Alkoholwerte gemessen wurden, ist nochmals zurückgegangen. Insgesamt überprüfte der Ordnungsdienst 84 Jugendliche – im Vorjahr waren es noch 109 junge Leute. Von denen hatte etwa die Hälfte zu viel getrunken, so dass sie von den Eltern abgeholt werden mussten. Auffällig: Bei den jungen Menschen, bei denen ein Promillewert deutlich über 0,5 Promille gemessen wurde, waren die jungen Frauen in der Mehrzahl: Am 2. Tag der TW wurde eine 14-Jährige mit 1,24 Promille angetroffen; auch bei den sonstigen „Top-Werten“ führten die 14-Jährigen mit Werten zwischen 0,74 und 1,4 Promille.

Auch THW und DRK-Wasserwacht ziehen eine positive Bilanz. „Rund 110 ehrenamtliche Helfer begleiteten mit 30 Sicherungsbooten die Regatten. In 20 Fällen leisteten die Einsatzkräfte erste Hilfe, organisierten den Transport und die Übergabe an den Landrettungsdienst. Zu den typischen Verletzungsmustern gehörten Schnitt- und Schürfwunden sowie Kopfverletzungen durch umschlagende Segel und Masten“, sagte Thorben Schultz, Sprecher Einsatzleitung.

Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH, blickt voraus: „Wir sind gespannt, welche Flächen der Travemünder Woche in Zukunft von der Stadt zur Verfügung gestellt werden können. Durch die Bauarbeiten am Priwall werden dort wohl große Flächen wegfallen“, so Frank Schärffe: „Wir sind auf die Alternativen gespannt, denn das Besondere der TW ist ja, dass Segler und Gäste ganz nah zusammen sind und die Segler möglichst wassernahe Campingmöglichkeiten haben.“


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