Gehbehinderte können nicht ins Amt gelangen

Lübecks Bausenator Franz- Peter  Boden verspricht Lösungen.
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Lübecks Bausenator Franz- Peter Boden verspricht Lösungen.

An der Lübecker Kfz-Zulassungsstelle müssen Gehbehinderte müssen bei Wind und Wetter draußen bleiben

shz.de von
04. Dezember 2013, 00:36 Uhr

In Zukunft müssen alle Lübecker ihre Autos wieder im Meesenring zulassen. Die Zulassungsstelle hat aber ein Problem. Gehbehinderte müssen bereits jetzt - auch bei Regen und Kälte - draußen bleiben. Ein Sachbearbeiter kommt dann mit den Formularen vor die Tür, falls sich gerade ein hilfsbereiter Mitbürger findet, der im Büro Bescheid sagt.

Erika Bade, Behindertenbeauftragte der Stadt, berichtete am Bauausschuss der Lübecker Bürgerschaft von der Situation in der ehemaligen Kaserne. Zulassungsstelle und Führerscheinstelle sind nur über Treppenhäuser zu erreichen. Wenn ein gehbehinderter Bürger in das Amt muss, scheitert er schon am Eingang des einstigen Kasernengebäudes. Er muss einen Mitbürger bitten, im Amt einen Mitarbeiter zu bitten, vor die Tür zu kommen. Dort wird dann der Verwaltungsakt durchgeführt. „Das hat auch schon der ehemalige Senator Wolfgang Halbedel erleben müssen – bei Regenwetter“, berichtet Erika Bade. „Frau Bade beschreibt den Ist-Zustand zutreffend“, bestätigt Marc Langentepe, Pressesprecher der Hansestadt. Es gibt aktuell keinen Zugang für gehbehinderte Personen. Das könnte sich aber ändern. Die Bürgerschaft hat nämlich beschlossen, alle Kfz-Angelegenheiten von den Stadtteilbüros (die häufig aus Personalmangel geschlossen sind) in den Meesenring zu verlagern. Auch das Stadtteilbüro Marli wird dort einziehen. Vorher werde das Gebäude komplett saniert, verspricht die Stadt. Hier war seit 1899 das Infanterie-Regiment Lübeck (3. Hanseatisches) Nr. 162 untergebracht. Eine Kostenschätzung liegt noch nicht vor, sie dürfte aber die Einsparungen durch die Neuordnung der Stadtteilbüros in den kommenden Jahren wieder ausgleichen. Einen Zeitplan gibt es ebenfalls noch nicht.

Es gibt aber noch mehr Probleme mit der Neuordnung der Stadtteilbüros. Da die Zulassungsstelle in den vergangenen Jahren nur noch für Autohändler zuständig war, benötigte sie kaum Parkplätze. Der Meesenplatz wurde in den letzten Jahren für 2,3 Millionen Euro umgebaut und umgestaltet. Auf dem ehemaligen Parkplatz befindet sich jetzt ein Spiel- und Sportplatz sowie das verlegte Gelände für den Wochenmarkt. Wenn aber künftig alle Fahrzeughalter zur Zulassungsstelle müssen, fehlen dort Stellplätze. Bausenator Franz-Peter Boden verspricht unterdessen eine Lösung. Wie die aussieht, sagt er aber noch nicht.








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