Für die Szene Toilette im Grünen

Das Fundament wurde bereits gelegt, in der kommenden Woche wird die öffentliche Toilette geliefert, die für Sauberkeit im Bereich des umstrittenen Szene-Treffpunkts am Krähenteich sorgen soll.
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Das Fundament wurde bereits gelegt, in der kommenden Woche wird die öffentliche Toilette geliefert, die für Sauberkeit im Bereich des umstrittenen Szene-Treffpunkts am Krähenteich sorgen soll.

Drogenabhängige der Stadt kommen am ehemaligen Spielplatz Krähenteich zusammen / Anlieger fordern Sauberkeit

shz.de von
17. März 2017, 14:54 Uhr

Wie in jeder Großstadt dieser Größenordnung so gibt es auch in Lübeck eine Anzahl von Menschen, deren Leben von Drogen und Alkohol bestimmt ist und die Kontakt zu Gleichgesinnten suchen. Im Lauf der letzten Jahre ist die offene Drogenszene an den Rand der Altstadtinsel gewandert, zum Krähenteich – genauer gesagt auf den ehemaligen Kinderspielplatz „An der Mauer“ an der Ecke zur Rehderbrücke. Hier kommen Drogensüchtige und Alkoholabhängige zusammen, immer wieder wird die bisher von Büschen und Bäumen umsäumte Anlage von ihren Nutzern möbliert mit Sitzgelegenheiten und Regenschutz aller Art.

Was die Nachbarn seit langem besonders stört, das sind die Hinterlassenschaften: neben Spritzen, Flaschen auch die Notdurft, die dort verrichtet wird, da keine öffentliche Toilette in der Nähe vorhanden ist.

Die Anwohner haben sich in den vergangenen Jahren mit ihren Beschwerden immer wieder an die Stadtverwaltung gewandt. Es werde in die Hauseingänge, die Altstadtgänge und sogar auf dem Spielplatz uriniert. So sei die Situation nicht mehr tragbar. Lübecks damalige Innensenator Bernd Möller (Grüne) nahm sich letztendlich der Sache an. Nach vielen Gesprächen entschied man sich dann dafür, eine öffentliche Toilette auf dem Szene-Treffpunkt zu errichten. Auch ein Behälter für gebrauchte Spritzen solle montiert werden.

Lübecks Anfang 2016 gewählter Innensenator Ludger Hinsen (CDU) setzt jetzt den Plan in die Tat um. Das Fundament wurde erstellt, am kommenden Donnerstag wird das Toilettenhäuschen geliefert und montiert. Entsprechende Leitungen lagen bereits vor Ort. Zu den Kosten will die Stadt erst in der kommenden Woche genaue Angaben machen.

Die Stadtverwaltung hat über Sozialarbeiter, die mit den Menschen auf dem Platz Kontakt halten, klare Bedingungen gestellt: Eine Ausweitung auf andere Plätze in der Innenstadt dürfe es nicht geben. Auch müssten die immer wieder angeschleppten Sessel und Stühle verschwinden. Und: Der Platz muss öffentlich bleiben. Die neue Toilette ist für alle zugänglich. „Ob die aber jemand außerhalb der Szene nutzen möchte, müsse jeder selbst wissen“, sagte der damalige Innensenator Bernd Möller bei der Vorstellung der Pläne vor zwei Jahren. An dieser Einschätzung hat sich bis heute nichts geändert.

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