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Frau hält zu ihm nach der Hammer-Attacke

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

51-Jähriger wegen versuchten Totschlags seit Freitag vor Gericht in Lübeck

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 14:45 Uhr

Ein 51-Jähriger hat vor Gericht gestanden, seiner Frau nach einem Streit mehrmals mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen zu haben. „Über das, was geschehen ist, bin ich zutiefst erschüttert“, sagte der Angeklagte am Freitag zu Prozessbeginn. An den Hergang der Tat vom November 2015 in Krummesse könne er sich aber nicht erinnern. Der Familienvater und Hobbymusiker muss sich wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten. Sowohl der Angeklagte als auch das Opfer waren zur Tatzeit erheblich alkoholisiert. Der Angeklagte hatte mehr als zwei Promille Alkohol im Blut, seine Frau rund 1,4 Promille. „Wir wollten uns eigentlich einen netten Abend machen, doch plötzlich drehte sich das Gespräch wieder um die Zukunft meines Sohnes aus erster Ehe“, sagt der Angeklagte aus. Er habe aber nicht darüber reden wollen und sei zu Bett gegangen: „Was dann geschah, weiß ich nicht mehr.“

Auf dem Höhepunkt des Streits warf seine Frau schließlich seinen geliebten Kontrabass vor die Tür. „Ich habe ihn angeschrien, er könne gleich hinterher gehen. Ich weiß, dass das nicht richtig war, aber ich wollte ihn provozieren“, so die Ehefrau. Daraufhin sei ihr Mann auf sie zugestürzt, habe sie geschlagen und getreten. „An Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern“, sagt sie. Wohl aber kann sie sich an seine Drohung erinnern, das Haus „abzufackeln“ und sie so beide zu töten. „Er saß rauchend auf dem Badewannenrand mit Benzinkanister und Feuerzeug in der Hand. Da habe ich Angst bekommen und um Hilfe geschrien, weil ich meine Tochter draußen hörte“, so das Opfer. Zu diesem Zeitpunkt sei der Hund zu ihrer in der Nähe wohnenden Tochter gelaufen und habe sie so alarmiert. Die Tochter sei dann zum Haus ihrer Mutter gegangen, schilderte das Opfer das Geschehen. „Unser Hund hat dadurch vermutlich uns beiden das Leben gerettet“, sagt sie mit zitternder Stimme.

Der Angeklagte und seine Frau betonten immer wieder, dass sie einander nach wie vor liebten und ihre Ehe aufrechterhalten wollten. Die beiden sind seit 2011 in jeweils zweiter Ehe verheiratet. Zu seinen vier Kindern und seiner Ex-Frau hatte der Angeklagte ein schwieriges Verhältnis, was nach Zeugenaussagen regelmäßig zum Streit mit der zweiten Ehefrau führte. Die gab sich vor Gericht eine Mitschuld an den Geschehnissen vom November. Durch eine eigene Krankheit und die ihres Mannes sei sie überlastet gewesen. „Mir wurde alles zu viel. Eigentlich habe ich den Krieg begonnen“, sagt sie. Der Prozess wird fortgesetzt.

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