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Gerüchte um Winfried Stöcker : Flughafen Lübeck: Investor hofft auf einen Verkauf im Juni

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Ein Interessent übernimmt die Betriebskosten bis Ende Juni. Das verschafft dem Insolvenzverwalter etwas Luft im Kampf um Blankensee.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 17:00 Uhr

Lübeck | Die Verhandlungen zum Verkauf des Lübecker Flughafens Blankensee sind noch nicht abgeschlossen. Es gebe noch immer vier Interessenten, doch mit einem davon verhandele er sehr intensiv mit dem Ziel einer baldigen Übergabe, sagte der Insolvenzverwalter Klaus Pannen am Mittwoch. Er hoffe, dass es im Juni zu einem Vertragsabschluss kommen werde, sagte er. Zuvor hatte der NDR über ein nahendes Ende der Verhandlungen berichtet.

Der Flughafen Lübeck ist Schleswig-Holsteins einziger Airport mit regelmäßigen internationalen Verbindungen. Der Flughafen hat eine Reihe von Pleiten und Pannen hinter sich. Immer wieder hat man versucht, den Standort zu retten, doch ein gutes Konzept fehlte.

Pannen bestätigte, dass sich einer der Interessenten bereiterklärt habe, ab Mitte Mai die Betriebskosten des Flughafens zu übernehmen. „Dadurch ist der Weiterbetrieb des Flughafens bis Ende Juni gesichert“, sagte er. Er sprach von sehr konstruktiven Gesprächen mit einem Investor bezüglich einer Übernahme des Flughafens. „Das würde einen vollständigen Erhalt der bisherigen Infrastruktur bedeuten“, sagte der Insolvenzverwalter.

Zu Gerüchten, wonach der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker die Betriebskosten vorstrecke, wollte Pannen keine Stellung nehmen. Auch Stöcker selbst machte dazu keine Angaben. Stöcker, einer der Interessenten für den Flughafen, bestätigte jedoch, dass er intensive Gespräche mit dem Insolvenzverwalter führe und hoffe, den Zuschlag zu erhalten. Er wolle den Flughafen und die Betriebsgenehmigung unbedingt erhalten, weil beides wichtig für Lübeck sei, sagte Stöcker. Sein Unternehmen Euroimmun liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens.

Wegen des Wegfalls aller Linienverbindungen hat der Flughafen seit Mitte April keine Einnahmen mehr. Um die noch verbliebenen 31 Mitarbeiter und den Betrieb des Flughafens weiter bezahlen zu können, hatte Pannen zuletzt ein Grundstück am Flughafen verkauft. Der Erlös daraus ist Mitte Mai aufgebraucht.

Der Flughafen hatte im September 2015 bereits zum zweiten Mal Insolvenz anmelden müssen, weil der chinesische Investor Chen Yongquiang den Geldhahn zugedreht hatte. Seither sucht Pannen einen neuen Investor und hat die Frist zum Vertragsabschluss bereits mehrfach verlängert.

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