zur Navigation springen

„Polenböller“ : Fingerkuppe ab: Erste Böller-Unfälle schon eine Woche vor Silvester

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Polizei in Lübeck registriert die ersten schlimmen Verletzungen und Unfälle mit Böllern. Die Feuerwehr setzt auf Abschreckung.

shz.de von
erstellt am 26.Dez.2015 | 12:36 Uhr

Lübeck | Am ersten Weihnachtstag hat sich ein 30-jähriger Stockelsdorfer in der Nähe der Lohmühle eine Fingerkuppe abgesprengt, teilt die Polizei am Samstag mit. Er habe nur einen „Probeknallkörper“ getestet, bevor er weitere illegale Böller kaufen wollte. Nach der ärztlichen Versorgung kam der Mann ins Krankenhaus.

Und das war bislang nicht der einzige Feuerwerks-Einsatz: In der Robert-Koch-Straße wurden gegen 19 Uhr unberechtigt Leuchtraketen abgeschossen. Eine Kugel landete in der Dachrinne eines Mehrfamilienhauses. Die Feuerwehr musste ein Übergreifen des Feuers auf das gesamte Haus verhindern. Der Sachschaden liegt im vierstelligen Bereich.

Gegen 20.30 Uhr sprengten offenbar zwei Männer mit einem Polenböller einen privaten Briefkasten in der Schwartauer Allee entzwei. Dabei wurde die Scheibe einer Eingangstür zu einem Geschäft beschädigt. Durch die herumfliegenden Briefkastenteile wurden zwei parkende Pkw beschädigt. Zeugen gaben an, dass zum Zeitpunkt der Explosion ein Stadtwerkebus an der Bushaltestelle „Wickedestraße“ hielt. Dadurch könnte es Zeugen geben. Die beiden flüchtigen Männer werden wie folgt beschrieben: beide ca. 20 Jahre alt, einer trug eine auffällige Jacke mit roter Kapuze. Sie liefen nach der Tat zu Fuß in Richtung Gloxinstraße.

Die Polizei ermittelt in allen Fällen nach Verstößen nach dem Sprengstoffgesetz und weiteren Straftatbeständen. Zeugenhinweise werden unter der Telefonnummer 0451-1310 erbeten.

Feuerwehr und Polizei weisen vor Silvester explizit auf die Gefahren durch Knallkörper hin. „Sie dürfen nur von Erwachsenen am 31. Dezember und 1. Januar genutzt werden“, erklärt Polizeisprecher Stefan Muhtz. Die Nutzung von „nichtzugelassenen“ Knallkörpern sei illegal und stelle eine Straftat dar.

Die Hamburger Feuerwehr setzt auf Abschreckung. Die Einsatzkräfte zeigen, was bei einer Explosion illegaler Böller passieren kann.

+++WARNUNG VOR ILLEGALEM SILVESTERFEUERWERK++++++BITTE TEILEN+++Feuerwerkskörper sind ein nicht wegzudenkender...

Posted by Feuerwehr Hamburg on  Dienstag, 22. Dezember 2015

Die sogenannten Polenböller könnten schwerste Verletzungen verursachen, erklärte Feuerwehrsprecher Werner Nölken. Auf dem Gelände der Feuerwache Harburg demonstrierte der Kampfmittelräumdienst die Wirkung eines solchen Knallers. Die Explosion zerfetzte die Hand einer lebensgroßen Puppe. Ein weiterer Böller riss eine Schweinepfote auf. „Alle Knochen, alle Sehnen liegen frei“, kommentierte Bombenentschärfer Michael Hein anschließend.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen