Prozession : Erzbischof Heße geht Lübecker Kreuzweg mit 800 Gläubigen

Kirsten Fehrs (l-r), Bischöfin der Evangelischen Nordkirche, Franz Mecklenfeld, katholischer Propst in Lübeck, Stefan Heße, Erbischof Hamburgs und Kathrin Jedeck, evangelische Pastorin in Lübeck.
Kirsten Fehrs (l-r), Bischöfin der Evangelischen Nordkirche, Franz Mecklenfeld, katholischer Propst in Lübeck, Stefan Heße, Erbischof Hamburgs und Kathrin Jedeck, evangelische Pastorin in Lübeck.

Katholiken und Protestanten gehen und beten gemeinsam den Kreuzweg. Auch Hamburgs neuer Erzbischof Heße führt diese Tradition fort.

shz.de von
03. April 2015, 18:28 Uhr

Lübeck | Rund 800 evangelische und katholische Christen haben nach Angaben der Veranstalter bei Sonne und eisigem Wind am Karfreitag in Lübeck an einer ökumenischen Kreuzwegprozession teilgenommen. Angeführt wurde sie von der Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs und dem neuen Erzbischof Stefan Heße. Der mahnte in seiner Ansprache an der ersten Kreuzwegstation, die Verantwortung nicht immer auf andere zu schieben. So entstehe ein Verschiebebahnhof von Verantwortung und Schuld, sagte er.

Der Ende des 15. Jahrhunderts angelegte und seit 1994 wieder begangene Lübecker Kreuzweg gilt als der älteste Deutschlands.

„Wir brauchen den Karfreitag, auch wenn er sperrig ist, um an das Leid in dieser Welt zu erinnern“, betonte Fehrs. Deshalb gingen Christen unabhängig von ihrer Konfession diesen Kreuzweg gemeinsam. „Viele Menschen fühlen sich innerlich von Gott verlassen, haben Fragen, sind auf der Suche. Erwartet wird keine evangelische oder katholische, sondern vor allem eine glaubwürdige Antwort“, sagte die Bischöfin.

Mit dem Kreuzweg erinnern Christen an den Weg, den Jesus nach seiner Verurteilung zum Tod am Kreuz vom Gericht bis zur Hinrichtungsstätte zurücklegte. Als wichtigstes ökumenisches Ereignis sei der Lübecker Kreuzweg zu einer festen Größe in der Stadt geworden, sagte der Pastor von St. Jakobi, Lutz Jedeck. Seit 2002 gehen katholische und evangelische Christen den Kreuzweg gemeinsam.

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