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Lübeck

20. September 2017 | 11:32 Uhr

Erste Flüchtlinge im Bornkamp

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Praktiker-Baumarkt in der Geniner Straße wird leer gezogen / Lübeck rechnet mit 2500 Asylsuchenden in 2016

Das Containerdorf am Bornkamp ist bereits zu einem Drittel fertig gestellt: „Rund 80 der insgesamt 224 Plätze umfassenden Gemeinschaftsunterkunft sind bezugsfertig. Die Stadt hat unverzüglich mit der Belegung begonnen, die ersten Flüchtlinge ziehen in die neue Unterkunft um. Die restlichen Plätze sollen in den nächsten zwei Wochen zur Verfügung stehen, so dass etwa Mitte Juni die Gemeinschaftsunterkunft voll genutzt werden kann.“ Das hat die Hansestadt Lübeck mitgeteilt. Mit einem Begrüßungsfest im Sommer soll die Gemeinschaftsunterkunft offiziell eingeweiht werden.

Ziel der ersten Umzugsphase sei, die Notunterkunft Praktiker-Baumarkt bis zum Ende dieser Woche leer zu ziehen. Rund 70 Flüchtlinge waren hier zuletzt untergebracht. „Ein Umzug 1:1 in den Bornkamp ist aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich. Das Containerdorf bietet eine andere innere Struktur als der Baumarkt, so dass beispielsweise Familien mit sehr kleinen Kindern oder größere Familien sowie Menschen mit Handicap hier nur bedingt untergebracht werden können“, heißt zur Begründung in der Mitteilung der Lübecker Stadtverwaltung. Vor diesem Hintergrund habe die Stadt eine größere Umverteilungsaktion zwischen den Gemeinschaftsunterkünften gestartet. Damit eine optimale Unterbringung je nach Bedürfnis der Menschen erfolgen könne, werde teilweise ein Ringtausch vorgenommen. Mitarbeiter des Bereichs Soziale Sicherung und der Gemeindediakonie sind vor Ort, informierten die betroffenen Flüchtlinge und klärten über die Situation auf, damit die Umzüge friedlich abliefen.

„Auch wenn die Flüchtlingszahlen gegenüber dem Herbst vergangenen Jahres zurückgegangen sind, rechnen wir für das Jahr 2016 immer noch mit ähnlichen Zahlen wie in 2015, also mit rund 2500 Asylsuchenden“, so Sozialsenator Sven Schindler (SPD): „Vor diesem Hintergrund werden wir auch weiterhin auf die Nutzung von gewerblichen Unterkünften und Notunterkünften angewiesen sein.“

„Aus folgenden Gründen“, so Senator Sven Schindler, „sind bisher Notunterkünfte erforderlich gewesen und auch nicht auszuschließen:
>„Die Aufstellung und Nutzung von Zelten konnte bisher verhindert werden. Alternativ wurde auf Turnhallen beziehungsweise einen Baumarkt ausgewichen. Dennoch ist es das Ziel der Stadt, diese Notunterkünfte schnellstmöglich leer zu ziehen und ihrer eigentlichen Nutzung wieder zuzuführen. Gewerbliche Notunterkünfte (Hotel, Platz in der Ferienwohnung etc.) sind zwar teuer aber in der Regel die bessere Lösung, um Flüchtlingen den Einstieg in selbständiges Wohnen zu ermöglichen“.
>„Eine sanierte Gemeinschaftsunterkunft auf dem Priwall darf nicht angemietet werden“.
>„Die Wohnungsgesellschaften bieten derzeit kaum noch freie Wohnungen für Flüchtlinge an, um Menschen aus Notunterkünften aufzunehmen“.
>„Die Inbetriebnahme von temporären Gemeinschaftsunterkünften wie Bornkamp, Hubertus und Fabrikstraße hat sich aus baulichen Gründen verzögert. Die Aufnahme von Menschen aus Notunterkünften verzögert sich daher“.
>„Die Fertigstellung der Gemeinschaftsunterkunft Ostseestraße in Travemünde wird sich voraussichtlich um drei bis vier Monate verzögern. Die Aufnahme von Menschen aus Notunterkünften wird sich auch hier verzögern“.

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