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Lübeck

22. November 2017 | 17:59 Uhr

„Erbärmliche Radwege!“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

ADFC in Lübeck fordert: Bei Straßensanierung auch die maroden Radwege mitberücksichtigen

In diesen Wochen erhält die Mecklenburger Straße im Lübecker Stadtteil Schlutup zwischen Brinkweg und der viel befahrenen Bunderstraße 104 eine neue Asphaltdecke. „Die zu beiden Seiten befindlichen benutzungspflichtigen Radwege sind untermaßig und in einem erbärmlichen Zustand", kritisiert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), denn die so im Fachdeutsch so beschriebenen Radwege werden nicht erneuert.

„Insbesondere der Zustand des nordseitigen, zwischen Fabrikstraße und B 104 verlaufenden Radweges ist für Radfahrende schon seit Jahren unzumutbar und gefährlich“, so der ADFC. „Zudem fehlt ein Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn, und er ist partiell am Ortseingang als Zweirichtungsradweg ausgewiesen. Auf diese Missstände hat der ADFC schon im Zusammenhang mit der Planung zu einer Änderung der Radverkehrsführung mit einer Querungshilfe im Ortseingangsbereich Schlutup hingewiesen. Aber selbst diese in 2016 geplante Maßnahme wird augenscheinlich im Zuge der laufenden Arbeiten nicht umgesetzt.“

„Dass Radwege nicht parallel mit der nebenliegenden Kfz-Fahrbahn instandgesetzt werden, kann mehrere Gründe haben“, sagt Valessa Glisovic, stellvertretende Sprecherin der Lübecker Stadtverwaltung. So gebe es zum Beispiel unterschiedliche Haushaltstöpfe oder „unterschiedliche Zustände und somit unterschiedliche Bauverfahren“. Der innerörtliche Radweg an der Mecklenburger Straße bleibe unverändert. Lediglich entlang der B 104 wurde der Radweg in diesem Jahr für 360 000 Euro erweitert.

Der ADFC fordert für den innerörtlichen Bereich der Mecklenburger Straße zumindest eine Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht. Dort sei auch Tempo 30 angeordnet. „Diese Maßnahmen würden zwar an der für Radfahrer sehr unattraktiven Situation wenig ändern, zumindest aber Rechtssicherheit herstellen und auch die Verkehrssicherheit etwas verbessern“, so der Fahrradclub. Aber auch in diesem Punkt ist keine schnelle Lösung zu erwarten. „Eine Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht ist vorgesehen, allerdings nicht kurzfristig“, so die Sprecherin der Stadt.

Die Situation für Radfahrer dürfte sich in Lübeck eher verschlechtern. Im Haushalt 2018 sind 550 000 Euro für den Radweg in der Roeckstraße angemeldet. Zusätzlich wollte die Bauverwaltung 445 000 Euro für kleinere Maßnahmen. Das wird vermutlich nicht klappen: Pauschale Ansätze ohne konkrete Projekte haben kaum eine Chance.



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