Engpass Possehlbrücke: die Lösung gefunden!

Wenn die Politik zustimmt, könnte  der Elbe-Lübeck-Kanal im Verlauf der Possehlbrücke ab Dezember wieder in beide Richtungen gequert werden.
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Wenn die Politik zustimmt, könnte der Elbe-Lübeck-Kanal im Verlauf der Possehlbrücke ab Dezember wieder in beide Richtungen gequert werden.

Gutachter schlägt der Stadt vor, ab Dezember die neue Brückenhälfte zweispurig zu nutzen

shz.de von
20. März 2017, 15:26 Uhr

Es gibt neue Überlegungen zur Lösung eines Problemfalls – Abriss und Neubau der Possehlbrücke. Seit Mitte 2015 ist die Possehlbrücke nur stadteinwärts befahrbar. Die eine Hälfte der maroden Brücke ist längst abgerissen. Doch bei der Herstellung der Fundamente für den ersten Teil eines Brückenneubaus traten unerwartete Schwierigkeiten auf: Erst eine nicht verzeichnete Gasleitung, dann Felsblöcke und ein unter Druck stehender Grundwasserleiter sorgten für Bauverzögerungen von rund 13 Monaten. Die Folge: Erhebliche Verkehrsprobleme, besonders in den Stoßzeiten am Morgen und nach Feierabend. Das sei nicht länger hinzunehmen, klagten die Anlieger im weiterhin abgehängten Gewerbegebiet Genin. Muss eine Behelfsbrücke her oder gibt es andere Interimslösungen?

Im Januar war ein Ingenieurbüro von der Hansestadt Lübeck beauftragt worden, die Baustellenbrücke zu untersuchen. Das Ergebnis liegt jetzt vor. Ab Dezember könnte der Verkehr auf der Possehlbrücke wieder in beide Richtungen fließen – ohne Einrichtung einer Ampel. Der Gutachter schlägt eine verblüffend einfache Lösung vor: Die erste Brückenhälfte sollte nach Fertigstellung zunächst zwei Fahrspuren erhalten.

Eine Behelfsbrücke würde indes zwischen 2,1 und 2,5 Millionen Euro kosten. Sie könnte frühestens zum Jahresende in Betrieb gehen. Das Auflegen einer provisorischen Brücke auf die zum Jahresende fertigen Widerlager sei technisch nicht möglich und mache auch keinen Sinn.

Der Vorschlag des Gutachters: Das neue Teil auf der östlichen Seite der Brücke wird geändert. Statt eines Fuß- und Radweges entstehen zwei Fahrspuren. Damit kann der Verkehr bis zur Fertigstellung der westlichen Brückenhälfte bereits wieder fließen. Die beiden Spuren könnten im Dezember freigegeben werden. Für Fußgänger wird es einen provisorischen Übergang geben. Die Kosten werden auf 450  000 Euro geschätzt. Die Bauverwaltung favorisiert diese Lösung, über die die städtischen Gremien zu entscheiden haben werden.

Es gibt nur einen Nachteil: Die Fahrspuren sind für Lkw zu schmal. Die werden dann in beide Richtungen einen Umweg über die Wallstraße nehmen müssen. Da es keine Gewichtsbeschränkung gibt, könnte die Feuerwehr aber die Brücke im Einsatzfall befahren. Die Autos auf der Gegenspur müssten dann in diesem Notfall Platz machen.

Die Politik wird in dieser Woche entscheiden, damit die entsprechenden Planungen beginnen können.

Unabhängig von der jetzt gefunden Lösung wird ab April eine Baustellenampel getestet, die wechselseitigen Verkehr ermöglicht. Sollte diese die Situation verbessern, würde sie bis Dezember bleiben.


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