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Elf Jahre Planung für 16 Häuser

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ausschuss stimmt Bauprojekt in Blankensee zu

Ein relativ kleines Bauprojekt sorgte für viel Ärger: In Blankensee sollen 16 neue Häuser gebaut werden. Die Lage an einem Naturschutzgebiet und die deutliche Erhöhung der Einwohnerzahl des kleinen Ortes neben dem Lübecker Flughafen sorgten für Diskussionen. Nach elf Jahren hat jetzt der Bauausschuss der Bürgerschaft zugestimmt.

Vom Dorfplatz in Blankensee führt eine kleine Straße auf eine ehemalige landwirtschaftliche Betriebsfläche. Hier soll eine kleine verkehrsberuhigte Straße mit 16 Grundstücken entstehen, auf einer Planfläche ein Gebäude mit bis zu acht Wohnungen. Die entstehenden Häuser können von ein oder zwei Familien bewohnt werden. Für den kleinen Ort Blankensee bedeutet das einen deutlichen Einwohnerschub, der – so befürchten Kritiker – die dörfliche Struktur sprengen werde (wir berichteten).

Kritischer sei allerdings das Naturschutzgebiet, das direkt an das Baugebiet angrenzt. Dafür müssen die Bauherren auf den Baugrundstücken einen Knick pflanzen. Und dieser muss so dicht und stachelig sein, dass weder Tiere noch Kinder ins Naturschutzgebiet gelangen können. Um die Umwelt zu schützen, dürfen auch keine Strahler vom Haus in den Garten gerichtet sein. Und der Garten darf nicht zu einer Ebene werden. Die natürliche Bodenstruktur muss erhalten bleiben. Außerhalb der bebauten Fläche dürfen nur maximal 20 Quadratmeter für Terrasse eingeebnet werden.

Trotz der Vorgaben gibt es Kritik, vor allem von den Grünen. Carl Howe, der die Grünen im Bauausschuss vertritt, hat eine ganze Liste mit Problemen aufgestellt. Die Zahl der Parkplätze sei zu gering, die geplante Versickerung von Regenwasser, das auf die Straße fällt, sei nicht hinnehmbar. Die Entsorgungsbetriebe halten das Konzept bei Starkregen für nicht ausreichend. Zusammen mit den Partei-Piraten fordert Howe, das gesamte Verfahren neu aufzurollen und mit weniger Häusern zu planen.

Im Bauausschuss stimmten CDU, Linke, BfL und FDP für den Bebauungsplan. Bei zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen hat das Projekt jetzt einen Schritt nach vorne gemacht. Jetzt wird der Umweltausschuss noch sein Votum abgeben, dann entscheidet die Bürgerschaft.

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erstellt am 04.Feb.2014 | 10:33 Uhr

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