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Dankwartsbrücke in Lübeck : Einsturzgefahr: Marode Brücke behindert Ausflugsschiffe

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Für Autofahrer in Lübeck sind marode Brücken schon lange ein Ärgernis. Jetzt trifft es auch die Fährschiffe.

shz.de von
erstellt am 15.Jul.2017 | 10:31 Uhr

Die Sperrung einer kleinen Fußgängerbrücke in Lübeck bremst Ausflugsschiffe auf der Trave aus. Wegen Einsturzgefahr dürfen die Schiffe nicht mehr unter der Dankwartsbrücke hindurch fahren. Betroffen sind drei Anbieter der beliebten Schiffsrundfahrten rund um die Altstadtinsel. „Insgesamt sind mindestens 45 Abfahrten pro Tag betroffen, deren Routen geändert werden müssen oder schlimmstenfalls gar nicht stattfinden können“, sagt Gabriele Stühff von der Lübecker Barkassenfahrt.

Neun bis zehn Brücken - je nach Route - passieren die Ausflugsschiffe auf ihren rund einstündigen Fahrten. Dabei führte sie der Weg bislang immer durch den „Malerwinkel“, einen besonders idyllischen Abschnitt der Obertrave, zu dem auch die hölzerne Dankwartsbrücke gehört. „Die Alternativroute durch den Stadtgraben ist länger und nur möglich, wenn der Wasserstand nicht zu hoch ist. Denn ab einem Pegel von 5,30 Meter kommen wir nicht mehr unter der Drehbrücke durch“, sagt Stühff. 

Der Malerwinkel an der Dankwartsbrücke - Lübecks beliebtestes Postkartenmotiv. /Archiv
Der Malerwinkel an der Dankwartsbrücke - Lübecks beliebtestes Postkartenmotiv. /Archiv Foto: ill
 

Auch der Inhaber der Firma City Schifffahrt, Helge Gabriel, sorgt sich um sein Geschäft. „Die Gäste wollen Brücken und Altstadthäuser sehen, keine Grünanlagen“, klagt er. Wenn die Stadt einen Wasserweg von einem Tag auf den anderen dichtmache, müsse sie für Alternativen sorgen, fordert er. 

„Wir verstehen die Sorgen der Unternehmen. Die zuständigen Stellen suchen vor Ort mit Hochdruck nach einer Lösung“, sagte Stadtsprecherin Valessa Glisovic. Darauf hofft auch Lübecks Tourismuschef Christian Martin Lukas. „Eine Tour mit einem Fahrgastschiff gehört schließlich zu den beliebtesten Ausflugsmöglichkeiten für Touristen in der Hansestadt“, sagt er.

Die Eigner der Fahrgastschiffe machen der Stadt einen ganz pragmatischen Lösungsvorschlag. „Man könnte den Mittelteil der Brücke herausnehmen, so dass die Schiffe passieren können“, schlagen sie vor. Die Stadt hätte dann Zeit, in Ruhe über die Zukunft der Brücke nachzudenken. „Denn unser Alptraum wäre, wenn die Brücke über Monate oder gar Jahre gesperrt bliebe“, sagt Gabriel. 

Die Dankwartsbrücke war Ende Juni zunächst für Fußgänger und Radfahrer gesperrt worden, nachdem Taucher bei einer Routineüberprüfung schwere Schäden festgestellt hatten. Weitere Untersuchungen ergaben dann eine akute Einsturzgefahr, so dass die Brücke knapp zwei Wochen später auch für den Schiffsverkehr gesperrt werden musste. 

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