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Eine Sensation in 5,5 Meter Tiefe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erfolgreiche Grabungen in der Fischstraße: Anlagen aus der Vergangenheit entdeckt / Auf diesem Weg gingen Lübecks Gründer

Lübecks Gründungsviertel ist noch etwas gewachsen. An der oberen Fischstraße hat die Vorwerker Diakonie ein Gebäude verkauft. Dort finden jetzt Grabungen statt. Entdeckt wurden die Keller von drei ehemaligen Wohngebäuden. Besonders das Grundstück Fischtraße 11 hat es den Archäologen angetan. Hier entdeckten sie in 5,5 Meter Tiefe Anlagen aus der Zeit der Stadtgründung um das Jahr 1143. Zu sehen ist nicht nur ein alter Weg, sondern auch ein Graben, der das Regenwasser auf die Straße leitete. Die etwas höheren Schichten zeigen die zahlreichen Anpassungen an die jeweilige Zeit. Hier wurden zum Beispiel Bogengewölbe, Wandnischen oder neue Kellertreppen eingebaut.

Hier sieht man in einer Tiefe von 5,5 Metern die Stadtgeschichte von 1143 bis 1942, sagt Dr. Manfred Schneider. Das sei ein seltener Glücksfall. Er setzt sich jetzt dafür ein, dass dieser einmalige Keller erhalten bleibt. In der Fischstraße gibt es bereits drei Baugrundstücke mit der Auflage, bei einer Neubebauung die historischen Keller zu halten und zu integrieren.

Bei den Grabungen geht es aber nicht nur um das Mittelalter. So entdeckten die Archäologen in einem frei gelegten Keller eine Kiste „Erlanger Reichsbräu“ von 1942. Allerdings fehlte das Bier. Beim großen Bombenangriff auf Lübeck 1942 sind die Flaschen geschmolzen.


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