Preisverleihung in Lübeck : Eine Nacht für den nordischen Film

Abräumer des Abends: Das norwegische Drama „Ich bin Dein“ dreht sich um eine romantische Fernbeziehung.
Abräumer des Abends: Das norwegische Drama „Ich bin Dein“ dreht sich um eine romantische Fernbeziehung.

Die Favoriten gehen leer aus, dafür feiern andere umso mehr: Die Preisvergabe bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck sorgt für Überraschungen. Zündstoff liefern unterdessen Pläne aus dem Rathaus.

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03. November 2013, 10:15 Uhr

Lübeck | Die Preise sind vergeben, die Gewinner kommen aus Schweden, Norwegen, Dänemark und Estland. Mit der Filmpreisnacht im Theater Lübeck haben die 55. Nordischen Filmtage gestern ihren Höhepunkt gefeiert. Der mit 12.500 Euro dotierte NDR Filmpreis ging zu gleichen Teilen an die norwegische Regisseurin Iram Haq, die mit ihrem Film „Ich bin dein“ bereits die Oscar-Nominierung ihres Landes in der Tasche hat, und an den dänischen Filmemacher Michael Noer für „Der Nordwesten“.

Beide Regisseure feierten den Sieg zusammen mit ihren Darstellern Tobias Santelmann aus Norwegen sowie Gustav und Oscar Dyekjær Giese aus Dänemark. Favoriten, das zeigt die diesjährige Preisvergabe einmal mehr, haben es nicht leicht in Lübeck. Der hochgelobte und mehrfach dekorierte Eröffnungsfilm „Von Pferden und Menschen“ (Island) ging gänzlich leer aus.

Auf der Bühne war gute Laune, in Foyers und Gängen festliche Stimmung. Moderiert wurde die Nacht in diesem Jahr zum ersten Mal von Yared Dibaba, musikalisch unterstützt von der Sängerin und Schauspielerin Irina Björklund und ihrer Band.

Gespannt wartete das Publikum vor allem auf den 1. Lübecker Beschwerdechor, der sich nach finnischem Vorbild unter den Fittichen der Musikhochschule Lübeck anlässlich der Filmtage schon im Sommer gegründet hatte und der größere und kleinere Ärgernisse lustvoll in Noten verpackte. Um schlechte Straßen und hohe Steuern ging es da unter anderem.

Ein Thema, das erst während der laufenden Filmtage hochköchelte, hätte da gut hineingepasst: Aus dem Rathaus sind wieder einmal Pläne laut geworden, den Nordischen Filmtagen den Etat zu kürzen. Während Tausende Besucher die Kinos enterten, hatte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) vernehmlich überlegt, den städtischen Beitrag um 67.000 Euro zu reduzieren. Derzeit beträgt der noch 250.000 Euro; zusammen mit 70.000 Euro vom Land, 60.000 Euro von der EU, Stiftungs-Zuwendungen, Spenden und Sponsoren-Hilfen verfügt das Filmfestival über einen Etat von 690000 Euro.

An einer Stellschraube ist bereits gedreht: Vom kommenden Jahr an sollen die Preise für Tickets dreier Kategorien um 50 Cent steigen. Erwartete Zusatzeinnahmen: 1500 Euro.

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