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Lübeck

23. Oktober 2017 | 12:10 Uhr

Eine Ära geht zu Ende

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach 19 Jahren verlässt Inge-Susann Römhild die Spitze der Musikhochschule Lübeck

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 10:58 Uhr

An der Musikhochschule Lübeck (MHL) geht Ende Februar eine Ära zu Ende: 19 Jahre hat Prof. Inge Susann-Römhild an der Spitze der einzigen Musikhochschule Schleswig-Holsteins gestanden, von 1994 bis 2008 als Rektorin, dann als Präsidentin.

„Wenn man eine Arbeit so lange mit Herzblut gemacht hat, dann lässt man nicht einfach so los“, sagt Inge-Susann Römhild und spricht von „Trauerarbeit“, die da geleistet werden müsse. Ohne Umschweife gesteht sie ein, dass sie auch gerne noch einmal sechs Jahre lang Präsidentin gewesen wäre. Die Mehrheitsverhältnisse im MHL-Senat indessen gaben das nicht her. „Und dann kam mit dem Ergebnis eine unglaubliche Erleichterung“, sagt sie. Die Präsidentschaft hat Zeit, Kraft und wohl auch die künstlerische Karriere gekostet. „Zeit werde ich im kommenden Jahr deutlich mehr haben“, sagt sie.

Der Schweizer Prof. Rico Gubler wird ab März Römhilds Nachfolge antreten. Der 41-Jährige ist zurzeit Studiengangleiter an der Hochschule für Musik in Basel. Gubler studierte Saxophon, Komposition und Jura und wirkte neben seinen Verwaltungsaufgaben als freischaffender Saxophonist und Komponist sowie als Dozent an verschiedenen schweizerischen Hochschulen.

Stolz ist Römhild unter anderem darauf, dass sich die MHL, seit Jahren größter Konzertveranstalter im Land, während ihrer Amtszeit geöffnet hat. „Wir in Kiel“ heißt eine Kooperation mit dem Opernhaus der Landeshauptstadt, die auf andere Städte ausgeweitet werden soll. Auch in Lübeck florieren Kooperationen mit dem Theater. Das Orchesterstudio bietet 16 Streichern und Bläsern die Chance auf einen Platz unter den Symphonikern, im Opernelitestudio machen aktuell vier Sängerinnen und zwei Sänger entscheidende Erfahrungen. Im Juni werden Studenten erstmals die Bühne der Kammerspiele füllen.

„Mir wird es ein Anliegen bleiben, der Musik ihren unverzichtbaren Stellenwert in der Gesellschaft zu erhalten und ihn weiter zu steigern“, sagt Römhild. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt stets der Förderung des musikalischen Nachwuchses vor allem im Bereich Kammermusik. Sie wirkte unter anderem als Präsidentin des Landesmusikrates Schleswig-Holstein. Mit ihren Vorstandsämtern bei der Hochschulrektorenkonferenz der bundesdeutschen Hochschulen, der Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival und der Possehl-Stiftung Lübeck, war es ihr ein Anliegen, die Musik stärker in der Gesellschaft zu verankern. In ihre Amtszeit fällt auch die Sanierung und Umnutzung der Holstentorhalle zu einem Seminar- und Übezentrum der MHL.

Karrieren junger Künstler werden sie nicht loslassen. Allein schon deshalb nicht, weil Inge-Susann Römhild nach ihrem März-Urlaub ihre Professur für Kammermusik und Liedbegleitung wieder aufnimmt.



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