Ein Platz vor dem Theater

Die Beckergrube hat eine neue Asphaltdecke erhalten. Hier könnte im kommenden Jahr auch ein Theaterplatz entstehen.
Die Beckergrube hat eine neue Asphaltdecke erhalten. Hier könnte im kommenden Jahr auch ein Theaterplatz entstehen.

Lübeck will Rahmenplan Innenstadt realisieren / Haushaltsmittel zur Umsetzung für 2020 eingeplant / Entscheidung im August

shz.de von
08. Juli 2019, 15:37 Uhr

Lübeck | Wie soll die Lübecker Altstadt der Zukunft aussehen? Welches Mobilitätskonzept soll in diesem Zusammenhang verfolgt werden? Zwei der Fragen, über die in der Hansestadt diskutiert wird. Ein mehrmonatiger Bürgerbeteiligungsprozess hat zahlreiche Vorschläge hervorgebracht, die Eingang gefunden haben in einen 100 Seiten umfassen den Rahmenplan Innenstadt mit Mobilitätskonzept, der nach der Sommerpause in den städtischen Ausschüssen zur Entscheidung vorliegt.

Die Zielsetzung ist unstrittig: Stärkung der Altstadt. Um die vier formulierten Ziele des Rahmenplans (siehe Infokasten) in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu realisieren, sollen rund 20 ausgewählte Projekte in drei Stufen umgesetzt werden. Hier aber beginnen die Meinungsverschiedenheiten.

Zu den wichtigsten Projekten gehört die Neugestaltung der Beckergrube, die bislang den Verkehr aus Richtung Burgtor hinunter zur Untertrave führt. Mit einem zu schaffenden Theaterplatz und einhergehender Verkehrsberuhigung soll die vernachlässigte Beckergrube gestalterisch aufgewertet und die Aufenthaltsattraktivität deutlich gesteigert werden.

Braucht Lübeck neben Koberg, Klingenberg und Markt sowie dem Schrangen weitere Plätze in der Altstadt? Was wird aus der derzeit letzten noch durchgängig befahrbaren Verkehrsachse der Altstadtinsel? Die Antworten stehen noch aus. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) möchte gern die obere Beckergrube zum Theaterplatz umgebaut sehen, die Mehrheit der Bürgerschaft tendiert in Richtung zeitlich begrenzter Versuch. Umso überraschter waren Passanten und Verkehrsteilnehmer am Sonntag, als die Beckergrube gesperrt war und schwere Baufahrzeuge vor dem Theater Lübeck anrollten. Doch es handelte sich nicht um Vorbereitungen für einen Theaterplatz. Vielmehr galt es, eine neue Asphaltdecke aufzubringen im DSK-Verfahren – „Dünne Schichten im Kalteinbau“. Dabei wird eine glatte und dichte Oberfläche hergestellt, die ein weiteres Aufbrechen der Straße verhindert. Damit erhält man für mindestens fünf Jahre wieder eine brauchbare Fahrbahn. Nach Aussage der Verwaltung wird die neue Asphaltschicht aber nicht so lange benötigt. Die Umgestaltung der oberen Beckergrube zu einem Platz soll nämlich die erste Maßnahme aus dem neuen Innenstadt-Konzept sein.

Nach Beschluss des Rahmenplans durch die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck sollen die Projekte der ersten Stufe zügig umgesetzt werden. Entsprechend sollen dafür bereits im Haushalt 2020 Finanzmittel eingeplant werden. „Nach einer umfassenden Öffentlichkeitsbeteiligung legt die Verwaltung nun mit dem Rahmenplan Innenstadt ein zielorientiertes Maßnahmenpaket für die zukünftige Entwicklung unserer Altstadt vor. Ich freue mich auf die Umsetzung der ersten Schlüsselprojekte, insbesondere auf den neuen Theaterplatz sowie auf die Umgestaltung rund um das Rathaus,“ blickt Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) optimistisch in die Zukunft.

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