Ein Berg von Aufgaben

Bürgermeister Bernd Saxe wünschte Lübecks neuer Kultursenatorin Kathrin Weiher eine guten Startm ins Amt.
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Bürgermeister Bernd Saxe wünschte Lübecks neuer Kultursenatorin Kathrin Weiher eine guten Startm ins Amt.

Erster Arbeitstag für Lübecks neue Kultursenatorin Kathrin Weiher

shz.de von
05. Januar 2015, 14:52 Uhr

Erster Arbeitstag für Lübecks neue Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos). Die Goslarer Kreisrätin war Ende November in geheimer Abstimmung gewählt worden. Die 52-Jährige setzte sich in der Bürgerschaft durch gegen Jan Lindenau (SPD) mit nur einer Stimme mehr. Sie tritt die Nachfolge von Annette Borns an, die nach zwei Amtszeiten in den Ruhestand ging.

Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) begrüßte die Kultursenatorin am Arbeitsplatz mit einem großen Blumenstrauß und dem Versprechen, sie bei ihrer Arbeit voll zu unterstützen. Saxe widersprach auch Gerüchten, dass ihr Dienstsitz – der Brömserhof, ein 1759 erbautes spätbarockes Stadtpalais – zum Verkauf stehe. Gleich wieder umziehen müsse Weiher nicht: Es werde derweil nur geprüft, ob das jüngst aufwändig sanierte Gebäude in der Schildstraße verkauft werde, so Saxe. Entschieden sei aber noch nichts. Das hörte die neue Senatorin gerne: Ihr sei es wichtig, in der Hansestadt nahe bei den Museen zu sein. Der Amtssitz Brömserhof liegt in der Schildstraße genau gegenüber der St. Aegidienkirche, um die Ecke befindet sich das Museumsquartier St. Annen.

Bürgermeister Bernd Saxe machte gleich deutlich, welche Bedeutung der „Fachbereich 4 - Kultur und Bildung“ für Lübeck hat: Mit einem Haushaltsvolumen von rund 250 Millionen Euro jährlich und 900 Mitarbeitern sei er der größte Fachbereich.

In den nächsten Wochen will sich Kathrin Weiher gründlich einarbeiten. Eine Führung durch die Hansestadt habe sie schon erhalten. Dabei wurde ihr auch die Katharinenkirche gezeigt, die nach Sanierung nicht mehr geöffnet werden soll, wenn es nach dem Willen von Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen, geht (wir berichteten). Das ist nur eines der zahlreichen Problemfelder, die Weiher zu beackern haben wird – immer vor dem Hintergrund der Frage: Wie viel Kultur kann sich Lübeck leisten?

In den kommenden Tagen stehen für Weiher Treffen mit der Leitung der Museumsstiftung und des Theaters Lübeck an. Ihren ersten öffentlichen Termin hat die neuen Kultursenatorin am Freitag. Dann wird der Ernestinenschule am Koberg von Schleswig-Holsteins Ministerin für Schule und berufliche Bildung, Britta Ernst, der Titel „Europaschule“ verliehen.

Kathrin Weiher setzt auf konstruktive Zusammenarbeit mit der Politik in Lübeck. Sie selbst habe „ein soziales Profil“. Mit 18 Jahren sei sie in die FDP eingetreten. Nach dem Koalitionswechsel der Liberalen im Bundestag n von der SPD zur CDU Anfang der 80er Jahre, habe sie die Partei verlassen. Später war sie noch einmal für ein Jahr lokalpolitisch bei der FDP, ein weiteres Jahr für die SPD aktiv. Seither ist sie parteilos.

Zur Zeit wohnt Lübecks neue Kultursenatorin in einem Hotel in der Altstadt. Sie überlegt aber, ein Haus in Moisling zu kaufen.

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