Mutmasslicher Täter tot : Ehepaar in Lübeck vor seinem Haus erschossen

Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus. Der mutmaßliche Schütze war zunächst flüchtig, wurde später tot gefunden.

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02. Juli 2014, 16:26 Uhr

Lübeck | Blutiges Drama in Lübeck: Im Stadtteil Groß Steinrade ist ein Ehepaar auf dem Gehweg vor seinem Haus erschossen worden. Die 58 Jahre alte Frau und der 66 Jahre alte Mann seien am Nachmittag von Kugeln getroffen worden und kurz darauf an ihren Verletzungen gestorben, sagte Polizeisprecherin Carola Aßmann.

Der Schütze war zunächst flüchtig. Die Polizei fahndete nach einem hellen Kastenwagen mit auswärtigem Kennzeichen. Gegen 17 Uhr wurde das Auto auf einem Feldweg im nahen Badendorf gefunden. Neben dem weißen Renault Kangoo lag ein Mann aus Thüringen (59). „Dieser war bereits tot, offenbar gestorben an einer Schussverletzung. Bei ihm wurde eine Waffe gefunden“, so Carola Aßmann. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um eine Beziehungstat handelt.

Die Schüsse fielen in einer beschaulichen Siedlung am westlichen Stadtrand von Lübeck. „Es knallte mindestens fünf Mal, da bin ich raus“, berichtete Nachbar Marko S. (42). „Ich sah zwei Leute liegen, ein anderer Nachbar war bereits da und schrie: ,Ruf schnell die Polizei‘. Dann versuchte er, den Ehemann zu reanimieren.“

Die Frau lag nach den Schüssen auf dem Bürgersteig, der Mann auf der Straße. Es soll sich um den pensionierten Berufsschullehrer Friedhelm L. und seine zweite Ehefrau Jutta handeln, beide waren seit drei Jahren verheiratet. Nachbarn berichten, dass die erste Ehefrau an Krebs gestorben sei.

Nach von der Polizei noch nicht bestätigten Angaben wollen Anwohner gesehen haben, wie der später gefundene Renault langsam in die Straße Steinrader Mühlenberg einbog, der  Fahrer habe telefoniert. Aus dem Auto heraus soll dann auf das Ehepaar geschossen worden sein. Danach sei der Schütze mit Vollgas davongerast. Ein Landwirt entdeckte den Wagen nur einen Kilometer vom Tatort entfernt beim Güllefahren, alarmierte die Polizei. Geschützt mit ballistischen Schilden rückten Spezialkräfte zu dem Auto vor.

Zum Motiv des Todesschützen konnte die Polizei keine Angaben machen: „Die Ermittlungen laufen.“ Nach offiziell unbestätigten Informationen soll der Schütze zu der Frau jedoch früher eine Liebesbeziehung gehabt haben. Der Berufsschullehrer hinterlässt aus erster Ehe eine Tochter und einen Adoptivsohn.

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