Edelstahl-Anker und 19 250 Steine

Sieht der Turmsanierung freudig entgegen: Marienpastor Robert Pfeifer.
Sieht der Turmsanierung freudig entgegen: Marienpastor Robert Pfeifer.

Im Jahr 2020 sollen die Türme von in St. Marien zu Lübeck wieder in ganzer Schönheit erstrahlen

shz.de von
03. Dezember 2018, 17:44 Uhr

Auftakt zur Sanierung der Zwillingstürme von St. Marien zu Lübeck: Adventsmusik, Gespräche, Fotografien und Informationen unter Mitwirkung von Bürgermeister Jan Lindenau, neuer Schirmherr des Projekts „Sieben Türme will ich sehen“, Pröpstin Petra Kallies, Marienpastor Robert Pfeifer und Gästen in der illuminierten Ratskirche.

„Der Turm von St. Jakobi wurde vor langer Zeit saniert und hält. St. Petri konnten wir dieses Jahr beenden. Und nun sind wir gut geübt für die Türme von St. Marien und dann vom Dom“, so Pröpstin Petra Kallies. „Schon in der Vergangenheit haben die Lübecker gezeigt, dass wenn sie etwas wollen, dann schaffen sie das auch“, betont Bürgermeister Jan Lindenau (SPD).

„Die Sanierung beginnt im kommenden Frühjahr. 2020 sollen die Türme wieder ohne Gerüst in ihrer ganzen Pracht zu sehen sein. Die Kosten der Sanierung der 125 Meter hohen Türme mit vier Meter dicken Mauern wird rund eine Million Euro kosten“, erläutert Liane Kreuzer, Leiterin der Bauabteilung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. „In einer fünfjährigen Beobachtungs- und Untersuchungszeit wurden die Rissbewegungen im Mauerwerk der beiden Türme, die chemischen und statischen Ursachen für die Schäden sowie die Mauerwerksfeuchtigkeit untersucht und analysiert. Alleine diese Untersuchungen kosteten 450 000 Euro. Die Erkenntnisse sind Grundlage für das Sanierungskonzept der Türme“, so Liane Kreuzer.

Als Besonderheit werden bei der Sanierung Führungen hoch auf das Gerüst angeboten, damit Interessierte quasi hautnah dabei sein können. „Insgesamt haben sich viele kleinere Risse gebildet. Zur Ausbesserung dieser Risse muss das Mauerwerk geöffnet (60 Zentimeter tief) und neu aufgemauert werden. Abschließend wird alles mit einem speziell angefertigten Hochbrandgipsmörtel wieder verfugt. Zusätzlich werden am Mauerwerk 200 Quadratmeter schadhafte Verfugungen ausgebessert“, so die Leiterin der Bauabteilung des Kirchenkreises.

Durch das Eigengewicht des Turmes und der ungenügenden Einbindung zum Ziegelmauerwerk drücken sich 82 Granitquader an einigen Stellen der Turmecken heraus. Sie sollen durch Edelstahlanker befestigt werden. Und es müssen 49 mittelalterlichen Anker entrostet werden. Dazu muss das Mauerwerk entfernt und anschließend wieder neu aufgemauert werden. Liane Kreuzer: „Für sämtliche Mauerarbeiten werden 19 250 Steine benötigt, davon 30 Formsteine. Außerdem müssen 1500 Quadratmeter der Fassade mit Hand und Bürste gereinigt werden und die Gesimsabdeckung ausgebessert werden, damit keine Feuchtigkeit eindringt.“

Die Finanzierung der umfangreichen Sanierung erfolgt durch Kirchensteuermittel des Kirchenkreises, durch angefragte Unterstützung von Lübecker Stiftungen und zirka ein Drittel der Kosten trägt die St.-Marien-Kirchengemeinde.

> Infos und Spendenmöglichkeiten .www.sieben-tuerme-luebeck.de.



zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen