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Lübeck

23. Oktober 2017 | 06:37 Uhr

Droht der MuK sogar das Aus?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

CDU, FDP und BfL (Bürger für Lübeck) wollen den Stopp der angelaufenen Sanierungsmaßnahmen der Lübecker Konzerthalle

Der Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle (MuK) ist wegen einer einsturzgefährdeten Decke gesperrt (wir berichteten). Die Sanierung des Konzertsaales soll nach ersten Schätzungen 6,1 Millionen Euro kosten und bis Frühjahr 2017 andauern. CDU, FDP und BfL fordern jetzt, die Arbeiten auszusetzen und zunächst die Kosten für eine Gesamtsanierung der MuK zu ermitteln. Gegebenenfalls müsse das städtische Gebäude verkauft und der Betrieb eingestellt werden, lautet die Forderung der drei Fraktionen vor der Sitzung der Bürgerschaft am Donnerstag.

Die MuK wurde von dem Hamburger Stararchitekten Meinhard von Gerkan entworfen und im Oktober 1994 eröffnet. Kosten des imposanten Gebäudes am Traveufer: rund 95 Millionen Mark. 30 Millionen Mark übernahm das Land, fünf Millionen Mark für die technische Ausstattung zahlte die Possehl-Stiftung. An Verlusten durch den Betrieb der Halle sind inzwischen rund 17 Millionen Euro aufgelaufen, berichtet Lübecks Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos). Dazu kommen rund drei Millionen Euro an Bauunterhaltung. Miete zahlt die MuK als städtischer Betrieb nach Angaben von Bürgermeister Bernd Saxe nicht. Bis zum Frühjahr 2017 sind ist nur das MuK-Foyer und die Tagungssäle nutzbar. Erneuerung der Akustikdecke und Technik in der Halle sollen rund 6,1 Millionen Euro teuer werden. Dazu kommen noch Einnahmeausfälle und zusätzliche Kosten für die Verlegung von Veranstaltungen ins Foyer. Das Defizit von derzeit rund 500  000 Euro per anno werde nach Angeben der Betreiber auf „deutlich über eine Million Euro“ steigen. Unbekannt sind derzeit noch die Kosten für weitere als notwendig erkannte Sanierungsmaßnahmen am Gebäude.

Bevor es Entscheidungen zum Betrieb gebe, wollen CDU, FDP und BfL von Bügrermeister Bernd Saxe (SPD) bis Frühjahr 2016 die Gesamtkosten beziffert haben. „Gleichzeitig soll Saxe ein Konzept inklusive Kostenplanung für eine mögliche Veräußerung des Gebäudes der MuK und einer Auflösung der Gesellschaft erarbeiten“, fordern die drei Fraktionen in der Sitzung der Bürgerschaft am Donnerstag. Die Sanierung soll nach dem Willen der drei Fraktionen vorerst gestoppt werden.

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