Drogentreff wird aufgelöst

Polizeichef Norbert Trabs und Bürgermeister Jan Lindenau vereinbaren eine Sicherheitspartnerschaft.
Polizeichef Norbert Trabs und Bürgermeister Jan Lindenau vereinbaren eine Sicherheitspartnerschaft.

Treffpunkt Drogenabhängiger am Krähenteich soll schrittweise bis April 2020 verschwinden

Avatar_shz von
29. August 2019, 15:22 Uhr

Lübeck | „Der Drogentreff Krähenteich wird aufgelöst. Gleichzeitig soll das Entstehen neuer Sammelpunkte der Drogenszene verhindert werden.“ Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) und der Leitende Polizeidirektor Norbert Trabs werden deshalb eine Sicherheitspartnerschaft schriftlich vereinbaren. In ganz Lübeck dürfe es keine Angsträume geben. Mit dem Vertrag soll der Austausch zwischen den Behörden intensiviert werden.

Lindenau hat außerdem im Haushalt für das kommende Jahr zehn zusätzliche Stellen für den städtischen Ordnungsdienst eingeplant, die aber noch von der Bürgerschaft genehmigt werden müssen. Im Frühjahr 2017 waren deutliche Veränderungen in der seit Jahren bestehenden offenen Drogenszene am Krähenteich festgestellt worden, als von der Polizeidirektion Lübeck ein mit der Hansestadt abgestimmtes Einsatzkonzept zur Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität in diesem Bereich umgesetzt wurde. Nach Polizeikontrollen vor Ort wurden 31 Haftbefehle sowie sechs Untersuchungshaftbefehle gegen Intensivtäter und Drogendealer erwirkt.

„Trotz zahlreicher Maßnahmen und gemeinsamen Anstrengungen ist weiterhin eine nachvollziehbare Beunruhigung der Bürgerinnen und Bürgern Lübecks wahrnehmbar“, mussten jetzt Polizei und Stadtverwaltung feststellen.

„Alle Verantwortlichen haben am Mittwoch gemeinsam entschieden, die Situation auf dem Platz am Krähenteich stufenweise so zu verändern, dass eine offene Drogenszene dort bis April 2020 nicht mehr vorhanden ist“, teilt Bürgermeister Lindenau mit: „Die Sicherheit im öffentlichen Raum der Stadt Lübeck geht jedoch über das Thema Drogenszene am Krähenteich deutlich hinaus und muss insbesondere den Bereich des ZOB einbeziehen. Abstimmungen zwischen der Hansestadt Lübeck und der Polizeidirektion Lübeck sind dazu schon weit entwickelt. Eine neue Sicherheitspartnerschaft von Polizei, Stadtverwaltung und weiteren Akteuren wird entstehen“.

Sichergestellt sein müsse darüber hinaus die notwendige Versorgung suchtkranker Menschen. Die Awo Drogenhilfe wird im Auftrag der Hansestadt Lübeck mit zwei Streetworkern, dem Kontaktladen und allen zusätzlichen Angebote weiterhin für die Versorgung der suchterkrankten Menschen zuständig sein und sich ortsunabhängig um die Suchterkrankten in Lübeck kümmern, die Hilfe benötigen.

Am Krähenteich wird zunächst beobachtet, wie die Szene auf die Ankündigung der Auflösung des Platzes reagiert. Unter anderem sollen Sitzbänke und im Winter die Büsche entfernt werden. Zuletzt werde der Erdboden ausgetauscht. „Eine polizeiliche Räumung wird es nicht geben“, versichern Lindenau und Trabs.




zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen