Während des Stromausfalls in Lübeck : Digitalfunk ausgefallen – War es menschliches Versagen?

Für 23 Minuten war die Leitstelle für Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei nicht zu erreichen.

Kay Müller von
01. Juni 2018, 06:39 Uhr

Kiel | Mit „Hochdruck“ werde an den Ursachen des Ausfalls des Digitalfunknetzes im Zusammenhang mit dem Stromausfall in Lübeck am 16. Mai geforscht. Das sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) im Innen- und Rechtsausschuss des Landtages am Mittwoch. Seinen Aussagen zu Folge kommen zwei mögliche Ursachen in Betracht: menschliches Versagen oder ein Defekt in der technischen Steuerung. Die Anlage war erst einen Monat vor dem Ausfall gewartet worden und habe damals einwandfrei funktioniert.

Wann die Bundesanstalt für Digitalfunk ein Ergebnis habe, konnte Grote nicht sagen. Die Bundesanstalt ist für den Betrieb der Digitalfunkstelle in Lübeck zuständig, die während des vierstündigen Stromausfalls für 23 Minuten nicht mehr funktionierte. Die Folge: Die Leitstelle war für Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei nicht mehr zu erreichen, die Kommunikation untereinander funktionierte nur eingeschränkt. „Die Lage war taktisch sehr kritisch“, sagte Bernd Olbrich von der Polizei. Allerdings sei die Leitstelle für die Bürger jederzeit erreichbar gewesen – so weit deren Telefone funktionierten.

Nach dem Stromausfall waren die zwei Notstromaggregate für den Digitalfunk nicht angesprungen. Ein Techniker musste aus Rostock kommen. Der steckte zunächst im Stau, bekam dann den Diesel erst in Gang als der Funk, der bis dahin noch mittels Batterien lief, schon ausgefallen war.

Für Kai Dolgner (SPD) geht das gar nicht: „Wir reden hier nicht über den Ausfall einer Eismaschine. Da hätte ja sonst was passieren können.“ Grote sei für den Katastrophenschutz zuständig und müsse gewährleisten, dass die Technik funktioniere. Der Minister verwies darauf, dass die Bundesanstalt dafür verantwortlich sei. „Das Problem wird dort nicht auf die leichte Schulter genommen.“

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