Die Zukunft gehört den Meistern

Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, auf der IHK-Meisterehrung in den Media Docks Lübeck.
Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, auf der IHK-Meisterehrung in den Media Docks Lübeck.

IHK zu Lübeck ehrt 205 Männer und Frauen, die ihre Prüfung zum Fachwirt, Betriebswirt und Meister bestanden haben

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27. März 2019, 12:34 Uhr

„Die Wirtschaft braucht genau Sie!“ Mit dieser Botschaft wandte sich Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck, an die Absolventinnen und Absolventen der Aufstiegsfortbildungen, die im vergangenen Jahr ihre Prüfung bestanden haben.

„Unsere Unternehmen in der Hanse-Belt-Region suchen händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften, nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zu lernen und zu leisten bereit sind, und die ihr Wissen und Können in den Dienst des Unternehmens stellen“, so Kühn auf der IHK-Meisterehrung in den Media Docks Lübeck vor mehr als 120 von 205 Fachwirten, Betriebswirten und Meistern, die die Prüfung bestanden haben. Kühne und IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöningüberreichten den Absolventen die Urkunden.

„Den demografisch bedingten Rückgang an Köpfen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, können wir nicht so einfach auffangen. Es fehlt an gut qualifizierten Mitarbeitern auf allen Ebenen und in allen Berufen.“

Stellvertretend für die mehr als 200 Frauen und Männer, die sich den Prüfungen gestellt hatten, berichteten Meik Schäftner und Sebastian Hülsmann von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Beide sind geprüfte Taucher, Schäftner ist Soldat bei der Deutschen Marine in Neustadt in Holstein, Hülsmann arbeitet bei der thyssenkrupp Marine Systems GmbH in Kiel. „Es ist zwar eine physische und psychische Herausforderung, aber der Arbeitsplatz unter Wasser ist etwas ganz Besonderes“ so Hülsmann. Die Prüfung Mitte Dezember sei hart gewesen, „in der Situation habe ich aber nicht zu viel daran gedacht, wie extrem die Bedingungen sind. Ich habe mich nur auf die Aufgabe konzentriert.“

Schäftner ist der bisher älteste Absolvent dieses Lehrgangs. Seit 60 Jahren kooperieren die Marine und die IHK zu Lübeck bei dieser Qualifikation. „Wir üben viele Aufgaben unter Wasser“, sagte der 46-Jährige. Unter anderem müssen die Lehrgangsteilnehmer unter Wasser schweißen. Entscheidend für die Noten sei dabei die Qualität der Schweißnaht. Anwendung findet das Erlernte etwa bei der Reparatur alter Pieranlagen oder beschädigter Schiffsrümpfe. Auch beim Tunnelbau oder an Offshore-Parks sind geprüfte Taucher im Einsatz.

Die Berufsaussichten seien daher gut, betonte Prüfer Thomas Freudenberg. Auch für die Qualitätsprüfung unter Wasser benötigen verschiedene Unternehmen Taucher. Freudenberg war ebenfalls Taucher bei der Deutschen Marine und engagiert sich seit vielen Jahren als ehrenamtlicher IHK-Prüfer.

Dr. Ulrich Hoffmeister, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung, betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Prüfern aus der Wirtschaft und den Berufsschulen für die IHK sei. „Die Praxisnähe können nur Leute aus der Wirtschaft gewährleisten. Diese Aufgabe erfüllt die Prüfer – wer einmal damit angefangen hat, will nicht mehr aufhören. Unsere Prüfungsphilosophie lautet: ‚Zukunft ermöglichen‘. Es macht daher Spaß, jungen und älteren Menschen zu zeigen, dass sie etwas können“, sagte Hoffmeister und warb bei den Absolventen dafür, sich ebenfalls als ehrenamtliche Prüfer zu engagieren.

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