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Lübeck

12. Dezember 2017 | 08:14 Uhr

Die Zukunft der breiten Straßen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Diskussion über Umgestaltung der Ratzeburger Allee und ein Tempolimit in der Kronsforder Allee

Die breiten Ausfallstraße der Hansestadt sind ins Blickfeld der Stadtplaner gerückt. Sollen sie verschmälert werden oder sollen bestimmten Gruppen mehr Platz eingeräumt werden?

Die Initiative „Spurwechsel Ratzeburger Allee“ lädt am morgigen Mittwoch, 26. November, um 18.30 Uhr zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion ein. Es geht um Vorschläge zur möglichen Umgestaltung der ehemaligen Bundesstraße 207 zwischen Mühlentorteller Bahnübergang in der Ratzeburger Allee. Die Veranstaltung findet im Gemeindesaal von St. Martin, Kastanienallee 15c, statt.

Im Mittelpunkt steht dabei die Fragestellung: „Eine faire Verteilung des Straßenraumes – wie geht das? Haben Autopendler immer Vorrang, oder wie können die (gleich)berechtigten Interessen von Anwohnern, Fußgängern und Radfahrern zur Geltung kommen?

Der Verkehrswissenschaftler und Raumplaner Heiner Monheim, Verfasser des Standardwerkes „Straßen für alle2, berichtet über bewährte Strategien zur Förderung des Radverkehrs und des Umweltverbundes aus Fußverkehr, Radverkehr, öffentlichem Verkehr und Car Sharing, über gelungene Beispiele aus dem In- und Ausland zur stadtgerechten Umgestaltung von Hauptverkehrsstraßen sowie über Erfahrungen mit der flächenhaften Verkehrsberuhigung in historischen Stadtkernen und Gründerzeitvierteln.

Im Anschluss stellt die Initiative ihre Überlegungen zur Umgestaltung der Ratzeburger Allee zur Diskussion. „Gern nehmen wir Ideen und Anregungen von Betroffenen entgegen“, so ein Sprecher der Initiative.

Nicht weit entfernt, dreht sich die Diskussion um die angemessene Geschwindigkeit in der Kronsforder Landstraße. Die in dort vorgeschriebenen 70 Stundenkilometer waren einer Anwohnerin weitaus zu viel: Um dem Ärgernis der von ihr empfundenen zu hohen Geschwindigkeit der Fahrzeuge Einhalt zu gebieten, wandte sie sich an die Stadt und forderte eine Reduzierung auf Tempo 50.

Mit ihrer Anfrage hielt die besorgte Lübeckerin sowohl die Straßenverkehrsbehörde als auch den Arbeitskreis für Verkehrsfragen auf Trab, die auf Landesebene mit dem Ansinnen betraut wurden. Nach eingehender Prüfung des Sachverhalts stellten diese Behörden die Einhaltung geltenden Gesetzes und die Rechtmäßigkeit der Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern fest. Die Beschwerde wurde als nicht nachvollziehbar eingestuft. Dennoch sah sich die Lübecker Stadtverwaltung in der Pflicht, Geschwindigkeitsmessungen vor Ort durchzuführen, wie in der 12. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Sicherheit und Ordnung mitgeteilt wurde.

Das Ergebnis der Messungen im Oktober ergab dann nicht nur eine äußerst geringe Anzahl von Fahrzeugen mit leicht erhöhter Geschwindigkeit, sondern darüber hinaus eine generelle Tendenz zu einem noch langsameren Tempo des Verkehrs von 50 bis 60 Stundenkilometern. Offenbar handelte es sich um ein subjektives Empfinden der Beschwerdestellerin, befanden die Ausschussmitglieder. In der Realität finde sich dieses jedoch selbst bei eingehender Suche keinesfalls wieder, so das Ergebnis.

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