Die vergessene Eisbahn

 Betonfläche ist i8n FRichtung Drägerpark-Wiesen begrenzt.
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Betonfläche ist i8n FRichtung Drägerpark-Wiesen begrenzt.

Im Lübecker Drägerpark gibt es eine vor Jahrzehnten angelegte Betonfläche, die lange schon nicht mehr genutzt wird

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11. Oktober 2018, 17:32 Uhr

Der Drägerpark, der den schönsten Blick – über die Wakenitz hinweg – auf die Lübecker Altstadt bietet (ein beliebtes Postkartenmotiv!) ist besonders beliebt bei Familien mit Kindern, die hier im Sommer ungezwungen
toben können nahe dem Naturbad Marli. Im Herbst kommen junge Eltern mit ihrem Nachwuchs gern hierher zu einem hohen Baum – zum sogenannten Abschnullern (wir berichteten). Und im Winter bietet der Drägerpark seit Generationen eine ideale Rodelfläche.

Aber es gibt eigentlich noch mehr Möglichkeiten: Unweit der Tankstelle an der Marlistraße fällt eine große betonierte, eingefasste Fläche mit Holzbank ins Auge. Viele Parkbesucher fragen sich, zu was die versiegelte Fläche nütze sein soll? Es gibt immer wieder Vermutungen, es handle sich um einen Teil einer Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Die Fläche diente einst zur Winterzeit als Eisbahn. Seit vielen Jahren wird sie nicht mehr genutzt und geriet daher völlig in Vergessenheit.

Ingo Schaffenberg, Vorsitzender der SPD auf Marli, hat bei der Lübecker Stadtverwaltung nachgefragt, was es mit der Betonfläche auf sich habe und wem sie gehöre. Der Bereich „Stadtgrün und Verkehr“ hat in seinen Archiven gekramt und wurde schließlich fündig. Es handelt sich um eine Eisbahn. Vermutlich wurde sie 1977 bei der Erweiterung des Parks und dem Bau des Spielplatzes angelegt, beides von der Dräger-Stiftung finanziert.

Im Umweltausschuss der Lübecker Bürgerschaft konnten sich jetzt einige Mitglieder erinnern, dass früher bei kalten Temperaturen die Feuerwehr vorgefahren kam, um diese Fläche mit Wasser zu besprühen. Ohne großen Aufwand entstand so eine glatte Eisfläche.

Warum es das Angebot nicht mehr gibt, ist für viele nicht erklärbar. Die betonierte Fläche befindet sich nach wie vor in städtischem Besitz und ist im Drägerpark öffentlich zugänglich. Ein Mitglied des Umweltausschusses bringt es so auf den Punkt: „Vielleicht findet sich jemand, der im Winter das notwendige Wasser zur Verfügung stellt ...“

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