zur Navigation springen
Lübeck

23. Oktober 2017 | 03:42 Uhr

Die Suche nach Wahrheit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bischöfe gehen an Karfreitag mit hunderten Gläubigen den ältesten Kreuzweg Deutschlands

Rund 850 Christen sind am Karfreitag auf Deutschlands ältestem Kreuzweg durch die Lübecker Altstadt gezogen. Unter dem Motto „Was ist Wahrheit?“ war er in diesem Jahr dem Reformationsjubiläum 2017 gewidmet.

Schon Martin Luther sei der Unterschied zwischen Tatsachen und Meinungen wichtig gewesen, betonte die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs. Tatsache sei, dass syrische Kinder durch Giftgas sterben, Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken und Menschen in Ägypten, Stockholm und St. Petersburg getötet wurden. Gefährlicher als die Lüge sei, wenn die Wahrheit verschwimmt. Vernebelung sei „Täter-Strategie“, um sich der Verantwortung zu entziehen.

Der katholische Erzbischof Stephan Heße, warnte vor negativer Stimmungsmache mit „alternativen Fakten“. Es sei Aufgabe von Christen, sich für die Wahrheit einzusetzen. Diese Frage dürfe nicht dem freien Spiel der gesellschaftlichen Kräfte überlassen bleiben. Jeder Einzelne müsse sich entscheiden, aus welcher Wahrheit heraus er sein Leben gestalte. Der ehemalige Ministerpräsident Björn Engholm (SPD) erinnerte an die „Lübecker Märtyrer“, die in der NS-Zeit zum Tode verurteilt wurden. Nur wenige hätten in der NS-Zeit den Mut gehabt, sich gegen „das schamlose Verdrehen von Tatsachen“ zu wehren. Der US-Wahlkampf sei von erfundenen Fakten geprägt gewesen. Wenn die Lüge zur Wahrheit werde, gerate die Gesellschaft aus dem Lot. IHK-Präses Friederike C. Kühn (Bargteheide) entwickelte an der drittenStation des Kreuzwegs am Gustav-Radbruch-Platz ihr Verständnis von wahrhaftigem Unternehmertum.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen