Die Briefzusteller gehen auf die Straße

Rund 200 Zusteller der Post beteiligten sich an dem Demonstrationszug auf dem Markt.
Rund 200 Zusteller der Post beteiligten sich an dem Demonstrationszug auf dem Markt.

200 Mitarbeiter bringen ihren Protest im Tarifkonflikt zum Ausdruck

shz.de von
27. Mai 2015, 16:04 Uhr

Dass die Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post auf der Straße unterwegs sind, ist nicht ungewöhnlich. Am Mittwoch aber zogen rund 200 Mitarbeiter durch die Stadt, um Druck in der aktuellen Verhandlungsrunde zu machen. Sie wehren sich hauptsächlich gegen die Gründung von Zustellfirmen mit niedrigeren Gehältern.

Bei der Deutschen Post wurden die laufenden Tarifverhandlungen ergebnislos auf den 1. und 2. Juni vertagt. Die Gewerkschaft verdi fordert für die bundesweit 140  000 Tarifbeschäftigen eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. „Damit soll der Vertragsbruch der Post zur Fremdvergabe und die damit verbundene Tariflucht durch die neue Billigtochter DHL Delivery kompensiert werden“, so die Gewerkschaft. Die Arbeitgeber lehnen die verdi-Forderungen bisher ab. „Die Arbeitgeber verweigern bisher jegliche Zugeständnisse“, beklagt Lars-Uwe Rieck, verdi-Landesfachbereichsleiter Postdienste, Spedition und Logistik. „Wir erleben hier Tarifflucht und Vertragsbruch eines kerngesunden Dax 30 Unternehmens auf dem Rücken seiner Beschäftigten. Die Kolleginnen und Kollegen sind sauer und wollen ein Rückzug der Billigtochter und der Tarifflucht, schließlich hat man sich einst auf Lohnabsenkungen eingelassen um die Fremdvergabe zu beschränken und das Tarifniveau zu sichern.“

In Lübeck beteiligten sich rund 200 Zusteller an einer Demonstration, die um 10 Uhr „Hinter den Kirschkaten“ startete und zum Markt in der Altstadt führte.

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