Der enttarnte Blitzeranhänger

Häufig in der Fackenburger Allee anzutreffen: die semistationäre Geschwindingkeitsmessanlage „Traffistar S 350“
Häufig in der Fackenburger Allee anzutreffen: die semistationäre Geschwindingkeitsmessanlage „Traffistar S 350“

Nur 0,69 Prozent der gemessenen Fahrzeuge sind zu schnell unterwegs in Lübeck

shz.de von
28. Dezember 2018, 15:05 Uhr

Der Blitzer-Anhänger ist seit Anfang des Jahres eine feste Einrichtung in Lübeck. Knapp eine Woche lang kontrolliert er jeweils an einer Stelle in der Hansestadt die Geschwindigkeit von Fahrzeugen. Dann wird die mobile Anlage an einer anderen Straße in der Hansestadt in Position gebracht. Was überrascht: Nur bei jedem 145. Auto, das den kompakten grauen geparkten Anhänger passiert, wird der Blitzer ausgelöst.

Vor zwei Jahren hatte Lübeck die zwei sogenannte
semi-stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen im Test. Und die Modelle erfüllten alle Erwartungen. Die grauen Kästen am Straßenrand erwischten viele Raser. Nach sechs Monaten war für die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung klar: Lübeck muss die „Traffistar S350“ dauerhaft zum Einsatz bringen. Der Erfolg in in fianzieller Hinsicht fand auch überregional große Beachtung. Die Hansestadt Hamburg schaffte sich gleich fünf der Blitzer an.

Nach knapp einem Jahr fällt die Bilanz jetzt aber ernüchternd. Vom 1. November 2017 bis zum 4. Dezember 2018 hat das Gerät an sechs verschiedenen Stellen die Geschwindigkeit von 137 771 Fahrzeugen gemessen. In nur 952 Fällen war das Tempo zu hoch. Das entspricht einer Quote von 0,69 Prozent. So stand das Gerät beispielsweise vom 21. bis 27. November in der Moislinger Allee vor Hausnummer 87d und überwachte den Verkehr stadteinwärts. Bei 40 034 Messungen gab es nur 71 Beanstandungen.

Erstaunlich ist, dass die Quote der Raser deutlich geringer ist, als bei den Messungen mit mobilen Radarfallen. Das kann verschiedene Gründe haben. Vermutlich ist der Blitzer-Hänger inzwischen so bekannt, dass er vielen Autofahrern ins Auge fällt. Oder aber, er steht oft an den gleichen Standorten im Stadtgebiet. Vielleicht ist auch der Zeitraum zu lang, an denen er an einem Ort bleibt. Im Verkehrsfunk und in Facebook-Gruppen wird nämlich oftmals bereits nach kurzer Zeit vor der Radarfalle gewarnt.

Klar ist aber auch: Die Zahl der Raser nimmt in Lübeck bei allen Messmethoden ab. Die Überwachung hat ihr Ziel erreicht.

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