Der alte Strandbahnhof steht zum Verkauf

Mehr als 100 Jahre ist der Strandbahnhof Travemünde alt, der ankommenden Reisenden einen verwahrlosten Anblick bietet.
Mehr als 100 Jahre ist der Strandbahnhof Travemünde alt, der ankommenden Reisenden einen verwahrlosten Anblick bietet.

Das mehr als 100 Jahre alte Travemünder Bahnhofsgebäude empfängt die Reisende in tristem Zustand

shz.de von
30. Juli 2015, 15:07 Uhr

Der desolate Zustand des Travemünder Strandbahnhofs ist seit langem ein Ärgernis und obendrein eine denkbar schlechte Visitenkarten für Lübecks Ostseebad. Am 15. September will die Deutsche Bahn AG das Bahnhofsgebäude versteigern, wenn sich nicht vorher noch eine andere Lösung ergibt. Es werden noch Gespräche geführt, mit dem Ziel, dass die KWL (Tochtergesellschaft der Hansestadt Lübeck) die Bahnhofshalle übernimmt. Das wurde im Ortsrat Travemünde bekannt.

Am 25. Juni hatte der Vorstand des Ortsrats Travemünde die Durchführung einer Zukunftswerkstatt angekündigt, die sich mit einer sinnvollen Zukunft des Strandbahnhofs befassen sollte. Daraus wird nichts: Das Bauwerk soll bereits im September versteigert werden.

„Anlass für diese Planung war die Zusage von Bahn-Chef Dr. Rüdiger Grube, dafür Sorge zu tragen, dass der Bahnhof beim Verkauf nicht in die Hände von Spekulanten fällt“, berichtet Gerd Schröder, Vorsitzender des Ortsrates. „Wie jetzt bekannt wurde, lässt sich diese gut gemeinte Absicht unter juristischen Gesichtspunkten nicht umsetzen. So ist das Unternehmen verpflichtet, bei einer Veräußerung so wirtschaftlich wie möglich vorzugehen, um Beschwerden von nicht berücksichtigten Interessenten ebenso zu vermeiden wie Beanstandungen durch den Bundesrechnungshof.“ Das hat Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für Hamburg und Schleswig-Holstein, jetzt dem Lübecker Bürgerschaftsmitglied Ulrich Pluschkell (SPD) schriftlich mitgeteilt. Herbort: „Auf Wunsch der Stadt Lübeck wird es in den kommenden Tagen einen weiteren Gesprächstermin geben.“

„Jetzt haben der Kurbetrieb Travemünde und die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) diesen Gedanken aufgegriffen und hierzu mit der Deutsche Bahn AG ein erstes Gespräch geführt“, so Gerd Schröder. Der Vorstand des Ortsrats Travemünde begrüßt diese Aktivitäten und verweist auf die Terminenge: Die DB hatte ein Kaufangebot unterbreitet, auf das die Hansestadt bis zum 15. Juli antworten sollte. Das Gespräch DB/Stadt Lübeck kam jedoch erst danach zu Stande, so dass der Bahnhof nun am 15. September versteigert werden soll. Noch verbleibt Hoffnung: Steigt Lübeck bis zum 15. August auf das Angebot ein, so kommt der Bahnhof nicht in die Auktion. Aber auch nach dem 15. August könnte die KWL noch als Bieter den Strandbahnhof erwerben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen