Das Ziel: Touristen fahren gratis

Jan Lindenau (SPD):
Jan Lindenau (SPD):

Hansestadt Lübeck prüft kostenfreien öffentlichen Nahverkehr für Touristen / Ein Konzept soll bis Jahresende vorliegen

shz.de von
30. Juli 2019, 09:25 Uhr

Lübeck | Die Hansestadt Lübeck lebt vom Tourismus, und so gewinnt das Thema „alternative Mobilität zum und im Urlaubsort“ an Bedeutung.

Jetzt hat Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) den Stadtverkehr Lübeck (SL) und die touristischen Betriebe Kurbetrieb und Lübeck Travemünde Marketing (LTM) der Hansestadt Lübeck beauftragt, eine Kalkulation und ein Konzept für kostenfreien Bus, Bahn und Fährverkehr für ganz Lübeck bis zum Jahresende zu erstellen. „Parallel erarbeite ich zusammen mit der Finanzverwaltung das Finanzierungskonzept“, so der Bürgermeister der Hansestadt.

„Wir erleben bereits heute, dass es gerade bei Großveranstaltungen zu Einschränkungen im Verkehrsfluss kommt. Ferner müssen wir die Mobilität der Zukunft frühzeitig planen, um den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht zu werden“, so Lindenau weiter.

Neben dem durch die Tagesgäste verursachten Verkehrsaufkommen, sorgen auch die Übernachtungsgäste für einen deutlichen Anstieg des Individualverkehrs, da mehr als 70 Prozent der Gäste mit dem Pkw anreisen. Durch den rasanten Anstieg der Bettenzahlen wird dieser Effekt weiter zunehmen. Lübeck und Travemünde verfügen derzeit über 11.000 touristische Betten. Entwicklung einer Gästecard für Lübeck und Travemünde, die als Kernleistung kostenlosen Bus, Bahn und Fährverkehr beinhaltet, so lautet das aktuelle Mobilitätsprojekt. Neben dem ÖPNV-Angebot würden Lübeck-Gäste mit dieser Karte auch kostenfrei den Travemünder Strand nutzen können. Personen, die ihren ersten Wohnsitz auf dem Priwall haben, könnten die Priwallfähren als Fußgänger und Radfahrer weiterhin kostenfrei nutzen.

Mit der Umsetzung dieser werbewirksamen Projektidee wird die Absicht verfolgt, dass weniger Touristen zukünftig per Pkw anreisen, und dann in Lübeck und Travemünde die ÖPNV- und Elektromobilitätsangebote der Stadt nutzen. „Dies führt zu einer Entlastung der innerörtlichen Straßen und die zeitweise knappen Parkplatzangebote stehen den Tagesgästen und Bürgern zur Verfügung. Die C02- Bilanz der Stadt wird spürbar verbessert“, so Bürgermeister Lindenau. Auch wird die Anbindung des Trave-Rundlaufes über die „Beach Bay“ auf dem Priwall und der zukünftig neugestalteten Travepromenade durch die Integration des Fährangebotes in eine „ostseecard plus“ entscheidend befördert. „Diese Effekte werden dann auch die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Lübeck positiv beeinflussen. Wir wollen nicht, dass die Lübeckerinnen und Lübecker unter dem touristischen Aufschwung leiden. Mit dem Land Schleswig-Holstein und der Bahn werden wir Gespräche aufnehmen, um gerade bei Großveranstaltungen wie der Travemünder Woche zusätzliche Zugkapazitäten möglich zu machen. Auch den Einsatz von Pendelbussen von Zentralparkplätzen prüfen wir“, so Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau abschließend.

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