Das letzte Weihnachten bei Buddenbrooks – bis 2022

An allen Sonnabenden und Sonntagen im Dezember kann man die festlich geschmückte Beletage besichtigen, Weihnachtsgerichte der Buddenbrooks nach Originalrezept verkosten und die musikalisch untermalte Lesung des Weihnachtskapitels aus den „Buddenbrooks“ hören. Die Umzugsparty findet am 28. und 29. Dezember statt. Der Eintritt für alle frei. Es gibt Führungen, Musik und ein Buddenbrook-Quiz sowie Kaffee, Kakao und Kuchen.
An allen Sonnabenden und Sonntagen im Dezember kann man die festlich geschmückte Beletage besichtigen, Weihnachtsgerichte der Buddenbrooks nach Originalrezept verkosten und die musikalisch untermalte Lesung des Weihnachtskapitels aus den „Buddenbrooks“ hören. Die Umzugsparty findet am 28. und 29. Dezember statt. Der Eintritt für alle frei. Es gibt Führungen, Musik und ein Buddenbrook-Quiz sowie Kaffee, Kakao und Kuchen.

Buddenbrookhaus rüstet sich für den 18 Millionen teuren Umbau des Museums in der Mengstraße

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28. November 2019, 15:00 Uhr

Lübeck | Zum letzten Mal ist die Beletage im Lübecker Buddenbrookhaus weihnachtlich geschmückt, am 28. und 29. Dezember sind alle Interessierten zur Abschiedsparty eingeladen. Danach schließt das Literaturhaus um die Schriftsteller-Brüder Heinrich (1871-1950) und Thomas Mann (1875-1955) in der Mengstraße 4 für den größten Umbau seiner Geschichte.

„Lübeck soll weltweit der zentrale Ort für die Familie Mann bleiben. Und das werden wir mit dem Umbau sicher schaffen“, sagt der Leiter der Lübecker Museen, Dr. Hans Wißkirchen. Ende 2022 soll das neue Museum eröffnet werden.

Wißkirchen sieht der Schließung des Hauses mit Freude, aber auch mit etwas Wehmut entgegen. Er hat das Buddenbrookhaus mit aufgebaut und war bei seiner Eröffnung im Mai 1993 dabei, wo zunächst nur eine Etage als Museum diente. 2000 erfolgte der letzte große Umbau, bei dem das ganze Haus zum Buddenbrookhaus wurde. Seitdem seien 20 Jahre vergangen. „Für eine ständige Ausstellung ist das sehr lang. Eine Modernisierung ist dringend nötig, damit wir möglichst viele Besuchergruppen ansprechen“, so Wißkirchen.

Bereits im März 2018 hatte der Museumsleiter die Pläne für den Umbau vorgestellt, der voraussichtlich 18 Millionen Euro kosten wird.

Das Lübecker Architekturbüro TMH hatte bei einem Planungswettbewerb mit seinem Konzept überzeugt. Eigentlich sollte der Umbau bereits 2019 erfolgen. Doch ein Architekturbüro klagte vor dem Oberlandesgericht Schleswig gegen das Ergebnis des Wettbewerbs.

Letztlich zogen die Architekten ihre Klage wieder zurück. „Dennoch hat das den Baubeginn um ein Jahr verzögert“, so Wißkirchen.

Im Januar 2020 soll es nun losgehen, drei Jahre Bauzeit sind angesetzt. Der Architekten-Entwurf sieht vor, dass nur die Fassade des historischen Gebäudes und das denkmalgeschützte Kellergewölbe des Buddenbrookhauses erhalten bleiben. Dahinter soll ein kompletter Neubau entstehen. Das Konzept schließt das Nachbarhaus in der Mengstraße 6 mit ein, das 2011 mit Geld vom Bund gekauft, aber seitdem noch nicht in das Museum integriert wurde.Beide Häuser sollen im Inneren miteinander verschmelzen, so dass die Ausstellungsfläche auf 2.500 Quadratmeter verdoppelt wird. Inhaltlich soll in der Dauerausstellung der Weg der Familie Mann von Lübecker Hanseaten zu Weltbürgern erzählt werden. So planen die Architekten eine Brücke im Obergeschoss, mit der die beiden Häuser - und damit auch die beiden Ausstellungsaspekte – verbunden werden.

Teile des ursprünglichen Buddenbrookhauses, das im 19. Jahrhundert im Besitz der Schriftstellerfamilie Mann war, sollen rekonstruiert werden. Dazu zählt etwa die historische Kaufmannsdiele mit ihrer herrschaftlichen Treppe. Finanziert wird der Bau vom Land, dem Bund, der Hansestadt Lübeck, der Possehl-Stiftung und weiteren Stiftern.

Bis zum Ende der Baumaßnahmen zieht das Buddenbrookhaus Ende März 2020 mit einer Interimsausstellung ins 450 Meter entfernte Behnhaus in der Königstraße. Außerdem ist ein Museumsshop mit Infozentrum am Rathaus geplant.

„Uns ist es wichtig, dass die Buddenbrooks und die Familie Mann während des Umbaus in Lübeck präsent bleiben“, sagte Wißkirchen. Denn das internationale Interesse an den Mann-Brüdern und ihrer Familie sei bis heute ungebrochen. Mit 40.000 Besuchern im Jahr gehört das Buddenbrookhaus neben dem Hansemuseum zu den meist besuchten Museen in Lübeck. Lediglich 25 Prozent sind Einheimische, die Mehrheit sind Besucher aus der ganzen Welt. Deshalb ist das neue Museum vorsichtshalber auf bis zu 80.000 Besucher jährlich ausgelegt.

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