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Lübeck

18. Dezember 2017 | 06:36 Uhr

Das Füllhorn der Stiftungen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ohne die finanziellen Zuwendungen der mehr als 100 Stiftungen Lübecks geht in der Hansestadt nichts

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2013 | 00:34 Uhr

Stiftung – ein Begriff, der in Lübeck viel bedeutet. Mit über 100 rechtsfähigen Stiftungen gilt Lübeck als Stifterhochburg Norddeutschlands. Ob Possehl-Stiftung, Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck, Michael-Haukohl-Stiftung, Edith Fröhnert Stiftung, die Kulturstiftung der Hansestadt Lübeck oder die Jürgen Wessel Stiftung: Sie alle haben ihren Sitz in der Hansestadt und gegebn Zuwendungen an Projekte und Institutionen vor Ort.

Was haben die sieben Türme der Hansestadt, der Koberg und zahlreiche Sportplätze gemein? Die finanziellen Förderung durch eine der zahlreichen Lübecker Stiftungen. Schon Emil Possehl, Gründer der heute größten Stiftung Norddeutschlands, machte Sinn und Zweck deutlich: „Mein größter Wunsch ist es, dass die Früchte meines Lebenswerks meiner geliebten Vaterstadt, der freien und Hansestadt Lübeck, zu Gute kommen mögen.“ Eine Absicht, die heute in der Hansestadt gern in Anspruch genommen wird, sind doch die Kassen der Stadt notorisch leer.

Renate Menken, Vorsitzende der Possehl-Stiftung, ist sich dessen bewusst. Als Vorsitzende einer der finanz- und ausschüttungsstärksten Stiftungen Deutschlands fühlt sie sich heute mehr denn je dazu verpflichtet, sich nach Maßgabe Emil Possehls zu engagieren. „Jährlich erreichen uns etwa 700 bis 800 Anfragen auf Unterstützung. Rund 90 Prozent dieser Anträge können wir letztendlich bewilligen“, beschreibt Menken den Umfang der Stiftungsarbeit. „Doch auch wenn wir jährlich ein Budget im unteren zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung haben, sind es nicht nur die Großprojekte, denen wir unterstützend zur Seite treten. Für uns ist es wichtig, dass wir das Geld sinnvoll einsetzen – dabei kommt es in erster Linie nicht auf die Summe an, sondern vielmehr auf den Grundgedanken, der hinter dem Projekt oder der Einrichtung steht.“

Ein solches Projekt ist beispielsweise der 2008 ins Leben gerufene Lübecker Bildungsfonds, der neben der Stadt und dem Land durch einen Verbund von sechs Stiftungen (Possehl-Stiftung, der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck, Michael-Haukohl-Stiftung, Margot und Jürgen Wessel-Stiftung, Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung und Reinhold-Jarchow-Stiftung) getragen wird. Der Fonds verfügt über einen Etat von knapp zwei Millionen Euro, davon tragen die Stiftungen 53 Prozent. „Der Bildungsfonds ist für mich und die Possehl-Stiftung ein echtes Herzensprojekt“, sagt Menken. „Auch wir geben jedes Jahr 200 000 Euro in den Fonds, um somit die Lübecker Kinder im Bildungsbereich zu fördern und zu unterstützen“, erklärt Hans-Peter Süfke, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck. Zumal die Kooperation zwischen den einzelnen Einrichtungen und die damit verbundene Abstimmung und Zusammenarbeit erst zum eigentlichen Erfolg des Projekts beigetragen hätten.

Auch die Sparkassenstiftung fördert jährlich rund 200 von etwa 230 eingereichten Projekten. „Unser Fokus liegt darauf, viele kleine unterschiedliche Projekte zu unterstützen“, so Süfke, „in der Regel über keinen längeren Zeitraum als drei Jahre statt.

Was gibt es Schöneres, als in strahlende Kinderaugen zu blicken? So hat sich die 2001 ins Leben gerufene Michael-Haukohl-Stiftung neben der Jugendhilfe vor allem die Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen zum Ziel gesetzt. „Man muss ganz klar sagen, dass die Bürger das erarbeiten, was das Gemeinwesen trägt“, bringt Renate Menken die Bedeutung der Stiftungsarbeit auf den Punkt. „Die Stadt lebt von den Steuermitteln der Bewohner – diese finanzieren das Allgemeinwesen. Wir Stiftungen können lediglich verschönern und unterstützende Hilfestellung geben.“ Und das tun sie auch in Zukunft weiterhin sehr gerne.

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