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Fünf Männer, eine Frau : Bürgermeisterwahl in Lübeck: Diese sechs Kandidaten wollen Bernd Saxe beerben

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Am 5. November wählen die Lübecker einen neuen Bürgermeister. Erstmals könnte dabei eine Frau Verwaltungschefin werden.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2017 | 09:40 Uhr

Lübeck | In Lübeck ist der Bürgermeister-Wahlkampf in vollem Gang. Fünf Männer und eine Frau bewerben sich um die Nachfolge von Amtsinhaber Bernd Saxe (SPD), der nach 18 Jahren nicht für eine vierte Amtszeit kandidiert.

Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Jan Lindenau (SPD) und Kathrin Weiher (parteilos), die als erste Frau in der knapp 875-jährigen Geschichte der Hansestadt den Chefposten im Lübecker Rathaus übernehmen will. Weitere Bewerber um das Bürgermeisteramt sind Thomas Misch (Freie Wähler) und die unabhängigen Kandidaten Ali Alam, Joachim Heising und Detlev Stolzenberg.

Gewählt wird am 5. November, eine mögliche Stichwahl findet nach Angaben der Stadt am 19. November statt.  Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Wahlberechtigt sind mehr als 175.000 Lübecker und in der Stadt lebende EU-Bürger ab 16 Jahren. Mit Spannung erwartet wird auch die Wahlbeteiligung, die bei der Bürgermeisterwahl 2011 bei 38,9 Prozent lag.

Seit Wochen lächeln die Kandidaten von Plakaten am Straßenrand. Besonders auffällig ist ein Plakat des SPD-Kandidaten Jan Lindenau. Es zeigt ihn auf dem Kopf stehend, daneben der Slogan: „Manchmal muss man die Perspektive wechseln, um wirklich etwas zu erreichen.“ Er halte die Zeit für einen Generationswechsel im Rathaus für gekommen, sagt der 38-jährige Bankkaufmann. „Auch von vielen älteren Bürgern höre ich, dass sie es gut fänden, wenn endlich ein junger Mann mit frischen Ideen käme“, sagt Lindenau, der seit mehr als 15 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv ist.

Jan Lindenau.
Jan Lindenau. Foto: dpa

Gute Chancen werden auch Kathrin Weiher eingeräumt. Die 54-Jährige wurde im Herbst 2016 von CDU, Grünen, FDP, der Wählerinitiative Bürger für Lübeck (BfL) und der Linkspartei nominiert. „Ich habe nicht lange gezögert, denn ich fand die Idee einer überparteilich unterstützten Kandidatur äußerst reizvoll“, sagt sie. Die Unterstützung durch fünf Parteien eröffne die Chance, in der Bürgerschaft ihre Ideen für Lübeck tatsächlich umzusetzen, sagt die amtierende Kultursenatorin der Hansestadt. „Ich will eine Bürgermeisterin sein, die das Lübecker Klein-Klein hinter sich lässt und wieder für mehr Gemeinsamkeit in der Stadt sorgt.“

 

Kathrin Weiher.
Kathrin Weiher. Foto: dpa

Die Freien Wähler schicken Thomas Misch ins Rennen. Der 60-Jährige sagt: „Ich will Bürgermeister werden, um einiges in Lübeck zu ändern, das im Argen liegt.“ So wolle er die geschlossenen Stadtteilbüros wieder öffnen, den Bau günstiger Wohnungen vorantreiben und den Investitionsstau bei Straßen, Brücken und Schulgebäuden abbauen.

Drei der sechs Bewerber für das Amt des Lübecker Bürgermeisters, Detlev Stolzenburg (links), Ali Alam und Thomas Misch (rechts).
Drei der sechs Bewerber für das Amt des Lübecker Bürgermeisters, Detlev Stolzenburg (links), Ali Alam und Thomas Misch (rechts). Foto: dpa
 

Auch Detlev Stolzenberg (57) will die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellen. „Ich will die Kommunikation innerhalb der Verwaltung und mit den Bürgern verbessern. Die Stadt Lübeck bleibt unter ihren Möglichkeiten, das will ich ändern“, sagt der freiberufliche Stadtplaner, der keiner Partei angehört.

Wohl nur Außenseiterchancen hat Ali Alam, der sich selbst als „Bürgermeister der Herzen“ bezeichnet. Der 37 Jahre alte Geschäftsführer einer Werbeagentur ist Mitglied der Satire-Partei „Die Partei“ des ehemaligen „Titanic“-Chefredakteurs Martin Sonneborn, tritt aber als unabhängiger Kandidat an. Als Bürgermeister wolle er 25,09 Prozent seines Gehaltes in einen Fond einzahlen, über dessen Verwendung die Bürger bestimmen könnten, sagt er.

Auf mehr Transparenz und Dialog mit den Bürgern setzt auch der selbstständige Finanzmakler Joachim Heising (51, parteilos). „Die Idee, fürs Bürgermeisteramt zu kandidieren, hatte ich schon länger, aber jetzt steht ein Wachwechsel im Rathaus an“, sagt er.

Joachim Heising.
Joachim Heising. Foto: 1x1Gruppe
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