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Lübeck

24. August 2017 | 01:40 Uhr

Brückenschranke streikt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Verkehrsstau: Die denkmalgeschützte Hubbrücke gibt immer mal wieder ihre Dienste auf

Nach der Schiffspassage begann das lange Warten: Am Mittwochmorgen mussten sich Autofahrer vor der Hubbrücke gedulden. Die Brücke wollte sich einfach nicht mehr für den Straßenverkehr öffnen. Die Folge: Erheblicher Rückstau in beide Richtungen.

Das unter Denkmalschutz stehende Brückenbauwerk an der Mündung des Elbe-Lübeck-Kanals in die Trave ist seit 116 Jahren in Betrieb. Die Technik ist zum großen Teil noch im Original-Zustand, und die bereitet immer wieder Probleme.

Nachdem die Brücke für den Schiffsverkehr geöffnet worden war, musste der Autoverkehr „An der Untertrave/Kanalstraße/ Hafenstraße nach Passieren des Schiffs ab 8.37 Uhr weiter warten. Die Schranken öffneten sich nicht. Hinzugezogene Techniker gelang es, die Schranken zu öffnen, so dass die Hubbrücke kurz nach 9 Uhr wieder für Fahrzeuge passierbar war. Der zugrunde liegende technische Defekt, sollte am Nachmittag behoben werden.

Die Hubbrücken zwischen den Straßen „An der Untertrave“ und Hafenstraße wurden zwischen 1896 und 1900 gebaut. Seit mehreren Jahren ist eine Sanierung geplant. Doch das Projekt kommt nicht voran: Schon im Jahr 2009 stellte der Bund 13 Millionen Euro für eine Erneuerung bereit. Die Stadt lehnte das ab. Sie wollte eine Fahrbahn mit Fahrradspur und barrierefreiem Übergang für Fußgänger. Ein solcher Umbau bedroht allerdings den Welterbestatus der Innenstadt. Jetzt wird wieder geprüft, ob eine vollständige Sanierung möglich ist. Dabei gibt es ein weiteres Problem: Die Stadt hat das „Innenstadtgleis“ aufgehoben. Deshalb kann der Bund nicht mehr für Kosten einer Instandsetzung der Eisenbahnhubbrücke aufkommen. Aktuell prüft das Wasser- und Schifffahrtsamt, ob eine Sanierung noch möglich ist und wie lange die Brücke noch hält.

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