Brücke defekt: Stau in der Altstadt

Immer wieder einmal defekt, und dann geht nichts mehr rund um die Lübecker Altstadt: Die denkmalgeschützte Hubbrücke von 1896 muss saniert werden, doch keiner weiß, wie umfangreich.
Immer wieder einmal defekt, und dann geht nichts mehr rund um die Lübecker Altstadt: Die denkmalgeschützte Hubbrücke von 1896 muss saniert werden, doch keiner weiß, wie umfangreich.

Die historische Lübecker Hubbrücke ist störanfällig, aber die längst überfälligen Pläne zur Sanierung kommen nicht voran

shz.de von
02. September 2015, 11:43 Uhr

Das Schiff war durch, aber dann ging nichts mehr: Die denkmalgeschützte Hubbrücke ließ sich nicht mehr steuern, sie blieb einfach oben. Die Steuerung hatte sich abgeschaltet. Die Polizei leitete den Verkehr von der Untertrave über Kanalstraße und Falkenstraße um, in Gegenrichtung von der Hafenstraße über Falkenstraße zur Kanalstraße in Richtung Untertrave. Schnell bildeten sich am Dienstag kurz vor 16 Uhr lange Staus in alle Richtungen. Die Umleitungen waren völlig überlastet.

Techniker machten sich unverzüglich auf die Suche nach dem Fehler. Fest steht bisher nur, dass die Elektronik sich ausgeschaltet hatte. Nach einer Stunde konnte der Defekt behoben werden, doch die Sorge bleibt: Die Brücke ist nämlich seit 115 Jahren in Betrieb, die Technik noch zum größten Teil im Original-Zustand.

Die Hubbrücken zwischen „An der Untertrave“ und Hafenstraße wurden zwischen 1896 und 1900 gebaut. Ausgelegt waren sie für die Dampfzüge in den Hafen und Pferdefuhrwerke. Während Fußgänger über einen Treppenweg ständig den Elbe-Lübeck-Kanal überqueren können, gibt es separate Hub-Elemente für Fahrzeuge und Eisenbahn, wenngleich dieses Element nicht mehr benötigt wird, da das Hafengleis nicht mehr befahrbaren wird.

Bereits 2009 lagen Sanierungspläne vor. Der Bund wollte den Originalzustand der Hubbrücke weitgehend erhalten und hatte 13 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Stadt Lübeck lehnte ab. Sie bevorzugte Anpassung an moderne Standards, zum Beispiel einen Gehweg ohne Treppen. 2013 einigten sich die Beteiligten auf eine breitere Straßenbrücke. Doch auch diese Pläne blieben in der Schublade: Sie hätten nämlich den Status der Hansestadt als Weltkulturerbe in Gefahr gebracht. Jetzt prüft das Wasser- und Schifffahrtsamt, ob eine behutsame Sanierung möglich ist. Das Gutachten wurde jedoch noch nicht in Auftrag gegeben.

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