Bornkamp: Angebot zum Gespräch

Laden ein zum Runden Tisch: Pastorenehepaar von Kiedrowski, Diakoniepastorin Dörte Eitel und Joachim Nolte vom Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg.
Laden ein zum Runden Tisch: Pastorenehepaar von Kiedrowski, Diakoniepastorin Dörte Eitel und Joachim Nolte vom Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg.

Kirchengemeinde St. Jürgen lädt im Streit um Bau einer Asylantenunterkunft die Interessengruppen zu einem Runden Tisch ein

shz.de von
11. Mai 2015, 13:05 Uhr

Die Diskussion um die geplante Erstaufnahmeeinrichtung für etwa 600 Asylsuchende im Stadtviertel Bornkamp wird hitzig geführt (wir berichteten). Eine Bürgerinitiative „Neue Heimat Bornkamp“ wirft dem Land und der Stadt unter anderem mangelnde Information vor. Auch habe die Stadt nicht hinreichend andere denkbare Standorte untersucht. Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde in St. Jürgen, die mit der „Oase“ im Stadtteil präsent ist, will jetzt die unterschiedlichen Interessengruppen an einen „Runden Tisch bringen. Ziel sei es, sich gemeinsam mit den Schulen im Stadtteil und der Gemeindediakonie präventiv gegen Fremdenangst und latenten Rassismus einzusetzen.

„Als evangelisch-lutherische Kirchengemeinde sehen wir uns in der Verpflichtung, für einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten und für eine gelingende Integration einzusetzen“, sagt Pastor Heiko von Kiedrowski. Auch die für den Hochschulstadtteil und Bornkamp zuständige Pastorin Katja von Kiedrowski setzt sich dafür ein, dass die Bewohner kompetent informiert werden, damit sie „ihre eigene Vorstellung entwickeln, diffuse Ängste hinterfragen und sich positionieren können“. Heiko von Kiedrowski bedauert „die wenig bürgerorientierte Informationspolitik der vergangen Wochen“ und unterstützt das Innenministerium des Landes nun dabei, mit Informationsgesprächen und Begegnungen offene Fragen zu klären. Darüber hinaus lädt der Vorsitzende des Kirchengemeinderats Kritiker wie Befürworter der Erstaufnahmeeinrichtung zu einem runden Tisch ein. „Es ist der Kirchengemeinde ein Anliegen, sich gegen rassistische Strömungen und Fremdenangst präventiv einzusetzen“, sagt er. Mit diesem Auftrag will er auf Institutionen und Vereine im Hochschulstadtteil und Bornkamp zugehen, um Projekte gegen Fremdenangst zu initiieren und die Integration von Flüchtenden in die Gesellschaft zu erleichtern. Auch Joachim Nolte, Beauftragter für Rechtsextremismus im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, sucht das Gespräch, um Menschen zu ermutigen anderen zu helfen und sich aktiv für diese einzusetzen. Er plädiert er für eine „Kultur des Willkommens“. Nolte: „Kirche darf nicht mitmachen bei dem, was das gesellschaftliche Klima vergiftet und die Würde von Menschen antastet.“ Diakoniepastorin Dörte Eitel dankt der Kirchengemeinde für ihre Initiative, Kritiker und Befürworter einzuladen: „Es braucht einen neutralen Raum, in dem Kritik und Befürwortung ohne Vorverurteilungen offen ausgesprochen und gehört werden können.“






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