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Lübeck

21. Oktober 2017 | 09:01 Uhr

Blutender Erpresser

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Gib mir Geld oder ich sage, dass Du mich angefahren hast!“

Ein ungewöhnlicher Fall von Erpressung beschäftigte am Dienstagmorgen die Polizei in Lübeck. Mit der Behauptung, angefahren zu sein, wollte ein 26-Jähriger von einem Autofahrer 50 Euro erpressen.

Ein 36-jähriger Lübecker fuhr gegen 5.40 Uhr von der Marquardstraße nach rechts in die Schwartauer Allee ein. Plötzlich sah einen jungen Mann mittig auf der Fahrbahn stehen, der auf sein rechtes Knie zeigte, das erkennbar blutete. Der Autofahrer stoppte seinen Wagen in fünf Metern Entfernung und fragte den offenbar Verletzten, ob er helfen könne. Die Antwort kam prompt und schreckte auf: „Gib mir 50 Euro – oder ich rufe die Polizei und sage, dass Du mich angefahren hast. Außerdem habe ich Dein Kennzeichen!“ Der zunächst überraschte Lübecker reagiert dann sicher und konsequent: Er ignorierte die Forderung und fuhr direkt zur Hansestraße und zeigte den Sachverhalt beim 2. Lübecker Polizeirevier an.

Kurz darauf wurde bei der Einsatzleitstelle ein Mann gemeldet, der in der Schwartauer Allee Fahrzeuge beschädige. So hatte er die Schiebetür eines Citroen Berlingo verbeult. Polizeibeamten konnten den gesuchten Tatverdächtigen auf Höhe der Friedenstraße antreffen und vorläufig festnehmen. Dabei zeigte sich, dass es sich um den gemeldeten Erpresser handelte. Bei der Überprüfung des deutlich alkoholisierten (2,33 Promille) 26-Jährigen wurde zudem festgestellt, dass er aufgrund eines Haftbefehles zur Fahndung ausgeschrieben war. Alternativ zur Zahlung von 100 Tagessätzen musste er nun nach einer kurzen, ärztlichen Behandlung im Krankenhaus seine Ersatzfreiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Lübeck antreten.

Auch für die am Dienstag begangenen Straftaten wird er sich vor Gericht verantworten müssen.

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