Blickfang Wasserturm

Der Wasserturm am ehemaligen Lübecker Güterbahnhof steht unter Denkmalschutz. Er wird erhalten bleiben in einem Wohngebiet, das in den kommenden Jahren entstehen soll.
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Der Wasserturm am ehemaligen Lübecker Güterbahnhof steht unter Denkmalschutz. Er wird erhalten bleiben in einem Wohngebiet, das in den kommenden Jahren entstehen soll.

Im geplanten Wohnquartier am alten Lübecker Güterbahnhof wird der Industriebau erhalten bleiben

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16. Oktober 2019, 13:38 Uhr

Lübeck | Wohnraum ist Mangelware in der Hansestadt Lübeck, besonders dann, wenn die gesuchte Bleibe zeitgemäßem Standard entsprechen und zudem noch bezahlbar sein soll. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt könnte sich in absehbarer Zukunft etwas verbessern, denn gegenwärtig ist schon zu erkennen, dass das seit Jahren verwaiste Areal des alten Güterbahnhofs vorbereitet wird für das Schaffen eines neuen Wohnquartiers.

Seit Anfang 2017 ist „Die Wohnkompanie Nord“ Eigentümerin des etwa 80.000 Quadratmeter großen Areals am Güterbahnhof im Stadtteil St. Lorenz. Eine Reihe seit Jahren leer stehender Gebäude und Schuppen ist bereits abgerissen worden, um Voraussetzung zu schaffen für den Bau von rund 320 Wohnungen – inklusive urbaner Infrastruktur und Gewerbeflächen. „Stadtnah wohnen“ lautet die Devise. Durch die Nähe zum Hauptbahnhof erschent das neue Wohngebiet für Berufspendler besonders attraktiv.

Mit dem Entstehen eines neuen Wohnquartiers wird aber die frühere Nutzung der Fläche nicht komplett aus dem Sichtfeld verschwunden sein. Denn die alte Verladehalle und der denkmalgeschützte Wasserturm sind Bestandteile im neuen urbanen Konzept, das auch eine Parkanlage umfasst, die im Herzen des Quartiers die Wohngebäude von Gewerbeflächen trennt und zum Flanieren und Ausspannen einlädt. In diesem Zusammenhang wird der alte Wasserturm ein Stück Lübecker Industriegeschichte veranschaulichen können.

Die Wasserversorgung erfolgte einst über ein gesondertes, an das städtische Leitungsnetz angeschlossenes Leitungsnetz. Für dieses wurde ein gesonderter Wasserturm erbaut, der in der Nähe des runden Lokschuppens am Südende des Güterschuppens steht. Das einem abgestumpften Kegel gleichende Mauerwerk trägt ein mehrere 100 Hektoliter fassendes, von einer Kuppel überdachtes Bassin. Auf halber Höhe der Kuppel läuft um dieselbe eine Galerie die einen Blick über das gesamte Bahnhofsgelände und seine Umgegend einschließlich der Stadt ermöglicht. Die Bauten, obwohl längst außer Dienst gestellt, werden im neuen Lübecker Wohnquartiers einen Fixpunkt bilden und an die Zeit der industriellen Nutzung des Areals Güterbahnhof erinnern.

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