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Blankensee: Zurück zu den Wurzeln

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lübecker Segel- und Sportflieger wollen den Flughafen retten und gründen eine Interessengemeinschaft

Hätte es die Sportflieger nicht gegeben, gäbe es heute keine Diskussion um den Flughafen Blankensee – denn das Areal wäre ohne Fürsprache der Hobbyflieger Ende der 1940er, Anfang der 1950er Jahre wieder zu Ackeland geworden; das, was es bis vor 100 Jahren ursprünglich gewesen war.

Die Retter und langjährige Betreiber des Flugplatzes – der Aero Club von Lübeck sowie der Lübecker Verein für Luftfahrt (LVFL) – sorgen sich seit langem um ihre Zukunft am Flughafen (wir berichteten). Jetzt wollen sie die Zügel selbst in die Hand nehmen und haben sich zu einer „Interessengemeinschaft zur Fortführung des Flugbetriebs“ zusammengefunden.

Denn die Zeit drängt: Bis Ende Juni muss ein Investor gefunden sein. Ansonsten besteht das Risiko, dass die Genehmigungsbehörde gezwungen sein könnte, die bestehende Betriebsgenehmigung komplett zu widerrufen.

Ziel der Sportflieger sei es demnach, Blankensee „als Verkehrs- oder Sonderlandeplatz für die allgemeine Luftfahrt erhalten“, sagen die 1. Vorsitzendenden von Aero Club und LVFL, Rüdiger Kosemund und Torsten Rieß. „Groß-Linienverkehr wie heute wird es dann sicher nicht mehr geben“, sagt Rieß. Die beiden Clubs stellen sich vor, dass wie damals privater und geschäftlicher Motorflug mit Kleinflugzeugen, Ambulanz- und ADAC-Flüge für die Uniklinik auf dem Flughafengelände stattfinden kann. Und natürlich soll auch der Segelflug weiterhin seinen Platz in Blankensee behalten.

„Wir möchten die aktuelle Betriebsgenehmigung der im Insolvenzeröffnungsverfahren befindlichen Betreibergesellschaft übernehmen und diese in reduzierter Betriebspflicht fortsetzen“, sagt Rüdiger Kosemund. Die Sportflieger sind überzeugt, „dass wir mit geringer Unterstützung der Hansestadt dann in der Lage sind, einen zuverlässigen Flugbetrieb in angepasster Form professionell, zuverlässig und tragfähig für die Zukunft zu gewährleisten“. Die Stadt wiederum hält sich in Sachen Unterstützung bedeckt. „Erstmal den einen Schritt und dann den anderen“, sagt Stadtsprecher Marc Langentepe und verweist die Clubs an Blankensees Insolvenzverwalter.

Sowohl Aero-Club als auch LVFL berufen sich auf ihre „jahrzehntelangen luftfahrttechnischen und -rechtlichen Sachverstand direkt vor Ort“, sagt Torsten Rieß. Im Unterschied zu den bisherigen kommerziellen Betreibern würden die Sportflieger nicht auf einen Ausbau des Flughafens und dem damit verbundenen Kostenrisiko abzielen, sondern „wir erwarten nur, dass die erheblich geringeren Kosten bei deutlich reduziertem Leistungsumfang von den Nutzern selbst getragen werden“, sagt Rieß. Erste Gesprächen mit den drei ortsansässigen Flugschulen sowie Hallenmietern haben die Sportflieger bereits hinter sich. Es sei ihnen „Unterstützung und großes Interesse an einer Fortführung des Flugbetriebs“ signalisiert worden.




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erstellt am 12.Mai.2014 | 14:31 Uhr

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